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1700–1760

I. Uber den Heyland.

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf

Ich fürchte mich deswegen doch kein Haar: Mein Glaub ist Sieg, mein Zweck ist Mein Alles! meine gantze Welt! Mein Freund! der ewig Farbe hält,

Mein weiß- und rother Bräutigam! Mein immerwährend Oster-Lamm! Mein Leit-Stern! meine Liebe! meine Zier! Sey ewiglich mein Steinritz, mein Panier!

Hast du mich in der Zeit gewollt, Die Räder schnell von dannen rollt? So miß mir selbst die Stunden ab! Sey meiner Reise Wander-Stab!

Sey meines Thuns sein Schöpffer! führe mich In allem dir zu wandeln würdiglich! Soll ich viel Jahr im Karren fort; So zeige mir den Ruhe-Port,

Von ferne zeige mir die Stadt, Die deine Hand bereitet hat, Das güldne Seraphinen Liebes-Licht: So schrecket mich die lange Reise nicht.

Und wenn ich meiner Brüder Zahl Nach deiner holden Gnaden-Wahl An meinem Theile auch erfüllt; Wenns endlich auch Belohnens gilt:

So weist du, daß mein Lohn, mein Licht und Ruh Nur du alleine werden sollst, Nur Du.

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