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1700–1760

I. Uber den Heyland.

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf

Du treuer Heyland! allerliebstes Leben! Ich, dein Geschöpff, muß zittern und erbeben Vor deinen schweren Leibs- und Seelen-Plagen, Die dich geschlagen.

Ich Sünder solte einst den Frevel büssen, Den, wider deinen Winck und das Gewissen, Der ersten Eltern Ungehorsam übte, Und dich betrübte.

Ach! aber, hochverdienter Seelen-Retter! Es traffen dich die angeflammten Wetter, Die sich von unsern frevelhafften Thaten Entzündet hatten.

Wir brüsteten die Sünden-volle Glieder, Wir thürmeten das stoltze Pfau-Gefieder, Wir lebeten in lauter eitlen Freuden, Und ohne Leiden.

Drum musten deine theuren Glieder zittern, Dein edler Leib vor Angst und Grauß erschüttern: Diß must du bloß allein vor unsre Schulden, Aus Liebe dulden.

Drum habe Danck, du edler Freund der Seelen! Ach! nimm uns ein in deine Seiten-Höhlen;

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