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1717

31. Ode

Christiana Mariana von Ziegler

Unverändert in dem Leben, Unverändert in dem Tod! Was mir Zeit und Glück wird geben, Es sey Freude, es sey Noth;

Alles ist mir einerley. Ich bin immer froh und frey. Unverändert in den Worten, Unverändert in der That;

Gegen den an allen Orten, Welcher meine Freundschaft hat. Denn ich liebe nicht den Schein, Falsch und hinterlistig seyn.

Unverändert in der Liebe, Unverändert bleibt die Lust; Denn der Ursprung reiner Triebe Herrschet über Geist und Brust.

Ich verschenke nicht zum Scherz Meine Freyheit und mein Herz. Unverändert in dem Leiden, Unverändert, ist der Schluß;

Wenn man mich will schmähen, neiden, Weis ich doch nichts von Verdruß. Denn nichts störet meine Ruh, Und ich lache noch darzu.

Unverändert in dem Glücke, Unverändert bleibt mein Sinn; Bey dem widrigsten Geschicke Bleib ich immer wie ich bin.

Da verdoppelt sich mein Geist, Wann er sich dem Schmerz entreißt. Unverändert in den Sitten, Unverändert in dem Muth;

Sollt ich um Vergebung bitten, Wär die Handlung noch so gut? Wenn ich mir nichts zeigen kann, Hör ich keinen Tadler an.

Unverändert in Gedanken, Unverändert muß man seyn; Denn die Großmuth läßt nicht wanken; Sie räumt keine Grillen ein.

Ihre Wirkung ist zu schön, Sie kann sich in nichts vergehn. Unverändert in dem Hoffen, Unverändert überhaupt;

Dadurch wird das Ziel getroffen, Das uns kein Vergnügen raubt. Nun, ich sage frey heraus: Dieser Schluß macht alles aus.

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