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1619–1689

Sonnet.

Philipp von Zesen

Nun bin ich vogel-frey der süßen angst ent- kommen Ich lebe nun nicht mehr in schnöder liebes-hafft Ich hab’ all’ Eitelkeit vnd Hochmuth abgeschafft

Ich weiß nicht was die lieb’ vnd böse lust soll frommen? Sie macht beredt vnd lest doch manchen gar ver- stummen

Sie ist ein freüdenkrieg ein gallensüßer-safft Ein angenehme gifft vnd halbe todeskrafft; Ein Feüer ohne gluth dabey mann mus ver- klummen

Ein joch doch nicht ein joch ein selbst begehrter todt Ein vnbehertztes hertz vnd angenehme noth: Drümb bin ich hertzlich froh daß ich dasselbe meiden

Vnd willig laßen kann wie froh! wie froh bin ich! Daß ich der Geistligkeit kann vnterwerffen mich Nun liebe wer da will ich will die Liebe meiden!

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