Nun bin ich vogel-frey der süßen angst ent-
kommen
Ich lebe nun nicht mehr in schnöder liebes-hafft
Ich hab’ all’ Eitelkeit vnd Hochmuth abgeschafft
Ich weiß nicht was die lieb’ vnd böse lust soll
frommen?
Sie macht beredt vnd lest doch manchen gar ver-
stummen
Sie ist ein freüdenkrieg ein gallensüßer-safft
Ein angenehme gifft vnd halbe todeskrafft;
Ein Feüer ohne gluth dabey mann mus ver-
klummen
Ein joch doch nicht ein joch ein selbst begehrter
todt
Ein vnbehertztes hertz vnd angenehme noth:
Drümb bin ich hertzlich froh daß ich dasselbe meiden
Vnd willig laßen kann wie froh! wie froh bin ich!
Daß ich der Geistligkeit kann vnterwerffen mich
Nun liebe wer da will ich will die Liebe meiden!