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1619–1689

Seufftzer Zu Gott dem HErrn. Gesangs-weise.

Philipp von Zesen

Wann der Tag das Kind der Sonnen aus dem güldnen Zimmer geht wann die Fackel ist entbronnen und das Feld entdecket steht

wann die Vogel singen und die stügel schwingen ist mein Hertze schon bereit Dich

Meine seustzen wollen brechen aus dem munde vor der zeit. Nach demselben mier verlanget das dem Himmel ist bewust

der mit solchen sachen pranget da nur lauter Lieb und Lust da die Cherubienen jhrem Schöpfer dienen

da die Engel allzumahl Jhre stimmen hoch erschwingen und die süßen Lieder singen durch den großen Himmels-saal.

Da ist freude da ist wonne da empfindt mann keine nacht da entspringt die Lebens-Sonne die aus trauren freude macht

da wir in dem Leben ewig werden schweben und genießen solche Lust; da die Lebens-quelle fließen

und in ströme sich ergießen wie den Frommen ist bewust. Drümb entweicht jhr schnöden sachen! keine Lust ist auf der Welt

Die uns kann recht frölich machen Sie ist nur ein Trauer-feld jhre freude weichet jhre lust verbleichet

Alles ist nur eitel hier; Drümb hab’ ich mich Gott ergeben und verhoffe bald zu leben in verklährter Leibes-zier.

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