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1619–1689

Seufftzer Zu Gott dem HErrn.

Philipp von Zesen

Wje lange wil meiner der HErre vergessen? Wie lange verbürgstu dein Antlitz für mir? Wie lange sol kummer und sorge mich fressen? und ängsten mein Hertze mein Leben allhier?

Wie lange sol wüten und toben der Feind? Wann wiltu mir bieten Die Rechte die sonsten mich treulich gemeint?

Mein flehen und bitten Erleuchte die Augen laß scheinen dein Licht Dem schrecklichen schlaaffe des Todes auch wehre Auf daß sich mein Hasser erlustige nicht;

Auf daß sich aufs neue Nicht rühme der Feind; Auf daß sich nicht freue Der welcher mich allezeit fälschlich gemeint.

Doch hoff’ ich und traue der göttlichen Güte Die Gnade des Höchsten erfreuet mich so Es hilffet ja gerne dein Vater-gemüthe Du hilffest und machest mein Hertzerecht froh

Drümb will ich auch singen Den HErren nun an Ich wil mich erschwingen Dieweil er mir alles zum besten gethan!

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