Kom ädle Rosemund komt hähr ihr Amstelinnen ihr Töchter bey der Lech ihr lieblichen Lindinnen; Der kühle Mey komt auch der Jahr-markt aller Lust und zeugt der frohen Wält die wieder-junge Brust.
Kom schöne Rosemund kom unter diese Linden; Laaß mit der Windter-zeit den schweeren Unmuht schwünden und gieb mier günstig zu daß ich auf diesen Taag vohr deiner Amstel-burg von Liebe süngen maag.
Des Himmels keusche Braut die Aerd' ist schwanger worden; der weisse West vertreibt den sauren Wind von Norden; der wieder-grüne Wald kriegt Ohren und Gesicht; der frächche wider-ruuf schweigt auch sein Klagen nicht.
Bluhminne stükt ihr Kleid mit Tulpen und Narzissen; die Hyazinten-blüht schüß't auf bey klahren flüssen worin das kläglich' Ach annoch geschrieben stäht: der Lorbeer-baum grühnt auch auf dehn kein Donner gäht.
Der Bluhmen Keyserin die Rose so vohr zeiten auf keinen Dornen stund begünnet aus zu breiten der blätter blasses Roht da noch der feuchte Kus (durch dehn die Morgen-röht' ihr Purpur leihen muß)
die fahlen furchen zeugt. Die Vogel hör't man süngen und ihr- und unsrem Got ein Morgen-ständlein bringen: es zwitzschert ja so schöhn die süße Nachtigal bald brummet sie den Grund und züht den Mittel-schal
bald Hooch bald über-hooch. Man hör't die buhlen-lieder das Luft-heer gattet sich mit schnäbeln hin und wieder; da sich das Hürten-volk ins kühle Grühne säzt und eine Schäferin mit ihrem Buhlen läzt.
Das stumme Schupen-heer sprüngt klitschert sträucht und leichet in seiner warmen Fluht. Der Reh-bok über-schläuchet die Hindin unvermärkt: er hökkert hüpft und sprüngt und ist in seiner Brunst. Ja alles alles bringt
das Jahr mit Lieben zu. Die Kräuter seyn verliebet Forst Wiesen Tahl und Fels zur Liebe sich begiebet. Lustinne schlägt nuhn auf ihr süßes Liebes-Zelt wo Lieb-reiz als ihr Sohn zum Zeltner ist beställt:
Es tanzen üm Sie rüm die freundlichen Holdinnen die ihre Zooffen seyn die Hold-sin-räuberinnen. Ihr wagen stäht alhier ihr wagen vol Rubien dehn durch die graue Luft zwee weisse Schwäne zühn.
Den Reichs-stuhl säh' ich auch darauf Lustinne sizzet die Liebes-Königin und durch die Lüfte blizzet; vohr dehr ein großes Volk demühtig nieder-knieht da Lieb-reiz üm und üm mit güldnen Pfeilen sprüht.
Der Weih-rauch steigt entpohr: man sihet auf den Höhen die Opfer angeflamt in follem rauche stähen. Gantz Deutschland stället nuhn der Freijen Feyer ahn und süngt auch in der Angst so als es nie getahn.
Ich wil nicht lätster seyn. Liebinne laas mich sprächchen von Dier und deinem Sohn laas aus dem munde brächchen das süße Zukker-wort; kom schärfe meinen Sin kom wetze meinen Geist du Sinnen-gäberin.
Die Feder rührt sich schohn die mier der kleine Schüzze aus seinem Flügel gaab verzukkert an der Spizze die nuhn so lieblich knarr't daß manches Jungfer-bild die zahmen Ohren neugt die vohrmahls mehr als wild.
Das Auge das sonst Star siht man vohr Liebe glimmern wan auf dem weissen Blat die schwartzen Dinten schimmern die mit dem Azidahl der blau-beliebten Fluht Lustinne selbst vermischt das tuht den Augen guht.
Wohlan! weil ich vohrlängst zu süngen Dich erläsen so süng' ich Freije dich doch nicht dein gantzes Wäsen; es ist zu hooch führ mich; mein Geist verfleugt sich nuhr und kömt durch so viel wäg' aus seiner rechten Spuhr.
Der Griech' ist zweifälhaft; Der Römer hats verlohren und weis nicht recht wie wan und wo du seyst gebohren. Der Deutsche gläubt gewis und saget ohne schäu daß seine Freije bloos von Deutschem Bluhte sey
Istevons Ehgemahl dehr von dem Man und Sonne sein erstes Wäsen hat dehr Deutschen Lust und Wonne; ja dehr im Deutschen Reich der vierde König waar und naach ihm hat genänt der Istevoner Schaar.
Was machstu Grieche nuhn? mein! sage wo Schauminne wie du die Deine nänn'st ihr erstes Seyn gewünne? Der nahme zeugt es ahn wie Dehr von Sulmo sprücht daß sie des Himmels bluht und salz-schaum bracht' ans Licht:
Die Perlen-muschel auch ist Mutter Amm' und Wagen als die sie durch das Meer naach Zypern zu getragen alda das Lust-kind ihr als-bald entgegen ging und seine Meisterin zu erstenmahl entfüng.
Viel Römer sagens auch die ihre Venus ehren und durch die Tichterey ihr hohes Loob vermehren. Doch seyn sie nimmer eins was einer izzo sprücht das hat er oftmahl selbst schohn anders ümgeticht.
O Venus was sag'stu? wo bistu hähr gebohren? hastu dein Vaterland und ältern dan verlohren? Ist keine Mutter da? wie! ists Dione nicht die dich von Jupitern gebracht ans tage-licht?
O ja! sie ist es auch: Drüm heiss'stu Dioninne du feuchte Venus du du himlische Lustinne was aber hör' ich noch? was schreibt uns Plato führ? was sag't Pausanias' und Zizero von dier?
Bestähet dan dein Reich in dreyerley Persohnen die alle seyn geziert mit unterschiednen Krohnen? da eine götlich ist und wohn't in Got allein die ander Himmelisch und nimt den Himmel ein:
Die dritte von der Wält die irdisch ist und heisset und die beleibte Seel' zu zähmen sich befleisset? Die lätste die bistu du Seelen-herscherin die dieses gantze Rund beherscht von Anbegin.
Du bist es die Ovid und Saffo so gepriesen du bist es dehr die Wält ganz-götlich' Ehr' erwiesen Du bist es die ich süng du bist es nuhr allein dehr so viel Bärge büsch' und Brunnen heilig seyn;
Dehr so viel Länder Bäum' und Städte seyn geweihet: du bist es dehr man nichts als schöne bluhmen sträuet. Die Myrte kömt dier zu; die Ros' ist deine Lust die manche Jungfer trägt in-zwischen ihrer Brust
mit welcher sie gemach der Buhler augen beizet und manche geile Hand zum falschen griffe reizet da dan der kleine Schalk dehr nuhr auf List bedacht so dein und Hermes Sohn in seinen Köchcher lacht.
Wan sich die Röhtin pflägt aus ihrer Burg zu machchen züht vohr der Sonnen hähr in Purpur und Scharlachchen und durch ihr gold vergüldt das silber auf der See dan gäht dein schöner Stärn und flinkert in der höh
vohr ihren Strahlen hähr: ja wan sie See-wärts steiget und üm das Schlaaf-gemach der schönen Sonnen fleuget die schohn in süßer Rast; so siht ihr auch von fern mit fahlem munde naach dein schöner Abend-stärn.
So ehrt dich Jupiter. Du kanst die Götter zwüngen und an das saure Joch der süßen Liebe bringen. Du bist es die aus Krieg den ädlen Frieden macht weil dich der Krieges-Her vohr seine Göttin acht.
Des Tichters stränger Geist die süßen wühtereyen die eifer-folle Brunst die Ihn der Wält entfreihen wan er so klüglich ras't entmuhtet seinen muht entherzt sein irdisch Herz und nichts als Götlichs tuht;
bestähn auf viererley; auf Liebe Kunst und Deuten was künftig sol geschähn und tieffen Heimligkeiten. Das erste würkestu du wez-stein der Vernunft drüm ehret dich so hooch der Tichter große Zunft.
Mein! schaue Deutschland ahn wie seine Boberinnen so freundlich lachchen zu den lieblichen Muldinnen Die vohrmahls eingeschläft und nuhn durch dich erwäkt auf ihrem Helikon ihr Zeuchen aufgestäkt;
Das mit der Krieges-fahn' auch üm die wette flüget und mitten in der Angst dem andern Volk' obsieget. Ein hohes Loob führ Sie ein höhers noch führ Dich du deutsche Freije du. Dein Volk erhäbet sich
stürbt ab der Stärbligkeit steigt wie die Palme pfläget im trükken mehr entpohr. Schau ahn wie sich bewäget der Deutsche Helikon; wie unser Mars auffklimt der Held von Boberfäld die süße Laute stimt
dadurch ein stählern Herz mit-leidendlich mus wärden des Muhtes unmuht schwündt und reisst sich von der ärden zu dehm was Himlisch ist. Kom schaue wie dich ehrt das ganze Deutsche Reich und andre süngen lehrt;
wie Hübner erst begünnt; der Wehrte Held im Kriegen und Süngen Meister würd; wie dich naach wohl-begnügen der große Buchner ehrt der durch-erleuchte Man dehm sich kein Zizero noch Maro gleichen kan.
Der grund-gelehrte Bahrt hat auch auf Deutsch gesungen und Flemming ausgetrükt was manchem auf der Zungen zwahr ist doch kläben bleibt. Der Wäkkerlein süngt mit so viel als ihm vergönnt; Venator Köhler Schmid
Mein Rumpler und mein Gueinz die mit den beyden Böhmen die Feder eingetaucht in Aganippe ströhmen; Harsdörfer Oleahr mein Rist mein Petersohn mein Schottel Finkeltaus dehr seine Lorbeer-krohn
mit myrten hat vermischt: Lund Tzepko Schneider Grummer Freinzheimer Hartman Tiz vergraben ihren Kummer in unsre Tichterey: Mein Brähm' und Hahneman ja Schweiniz Heinsius und Plav süngt was er kan:
Myhl Herman Tscherning Dach und Golau spielen alle mein Schlüter Bachman Weiss' und Rinkart gähn mit schalle den wäg der Ewigkeit. Des Buucholz kluger Geist ümschreibt das schöne Buuch mit dehm sich Vogel reisst
aus seiner Stärbligkeit. Woaus mein Geist halt innen halt in und mäld' auch ahn die ädlen Tichterinnen dadurch das Deutsche Reich und seine Freije blüht die Lachmund süngen lehrt und Freudigin erzüht.
Schau auf Lustinne schau wie dich die Schwarzin ehret tanzt üm den Myrten-stock und deinen Ruhm vermehret; wie Die von Rosentahl die ädle Parnassin; wie die von Hohendorf; Sofia Vismarin;
Ja wie dich Hildegond von Westohn so besünget auf Hooch-und Nieder-deutsch die Liebes-seyten zwünget; wie Dich die Domwaldin so rühmlich macht bekant daß auch von Braunschweig ab ins reiche Niederland
ihr klahrer toon erschallt. Schau was die Schöne tichtet die ädle Goldschechtin dehr ich so hooch verpflichtet; wie jenes Adelbild dort von der Guhten Au dich ehrt und andre mehr die zwahr von deinem Tau
entnüchtert doch vielmehr im dunkeln spielen wollen und lassens keinem sähn daß sie der Liebe zollen: Drüm bin ich willens stum verwundre mich so sehr als ich mich wundren darf und nänne keine mehr.
Noch eins. ey liebe schau! wie alle deine sachchen die ädle Magdaleen von Beverfurt kan machchen und graben naach der Kunst dein Bild in Kupfer ein daß auch Pyrgoteles ihr Lehrling selbst wil seyn.
Diß alles kömt von Dier und würd durch dich getrieben diß alles würkestu du starke Kraft im Lieben du Himmels-Fürstin du du Macht- und Eifer-Kind die allen Mänschen ab- ja Göttern selbst gewünnt.
Däs Lobes Alp der Neid vermaag dich nicht zu trükken die Götter müssen sich vohr dier Liebinne bükken; wier arme liegen gahr und fühlen deine Macht wier seyn wan du begünn'st bey Läben todt geacht:
Der Glieder Kraft verschwündt der Leib fäht ahn zu zittern; wier seuftzen ach und weh wan Lieb-reiz pflägt zu kittern; wier lauffen wan er kömt; wier weinen wan er lacht; die Zunge stummet sich so bald sein Boge kracht.
Die Hare stähn bärg-ahn; die Röhte sträucht den wangen ihr Feuer-zeuchen auf wan du uns hältst gefangen; das Auge zeuget Ihr mit stummen Reden ahn den innerlichen Sin und lässet manche trahn.
Wan du uns bildest führ die schöhn-vermeinte Schöne so schwizzen wier vohr Angst; das Ohr ist fol Getöhne; die Liechter seyn halb blind: der Antioch würd krank das Feuer-folle Bluht verdoppelt seinen gang
steigt aus der Läber auf wo du Lustinne sizzest du Hertzens-herscherin das gantze Bluht erhizzest; kömt dan Stratonizee so häuffet sich der Kwäl der Schlaag würd ungestühm und schläget mehr als schnäl.
Dein Naso lies't den Brief mit zitterlichen Händen dehn ihm Zypasse bringt kan nichts zu rükke sänden als nuhr ein bloßes Ach! Du reizzest Alkmans Geist daß er zu allererst sich aus den Schranken reisst
und schreibt ein Buhlen-lied. Alzeste stürbt aus Liebe daß nuhr Atmetus läb': auch was Petrarche schriebe der schönen Laure zu; daß Orfeus sein Gemahl aus Plutons schwarzer Burg mit seiner Harfe stahl
das ist der Liebe schuld. Als Brutus ward erstochchen hat seine Porzie sich ahn ihr selbst gerochchen und Kohlen eingeschlukt: Gunilde staach sich todt bey Asimundus graab: Pantehe kahm in noht
als Abradat verblich. Laodamie wolte daß sie nuhr noch einmahl den Schatten küssen solte däs todten Ehgemahls; so eifrig waar die Lieb' daß sie auch alsobald im küssen todt verblieb'.
Achchilles lidte viel üm seiner Briseis willen und konte seine Lieb' an keiner andern stillen. Viktoria gläubt noch daß Sie ihr Ferdinand naach seinem tode liebt so sehr ist sie entbrant.
Zu viel ist ungesund. Halt nuhr ein wenig inne und wühte nicht zu sehr du starke Liebs-Lustinne die Fülle macht zu sat und Satsamkeit Verdrus und dieser tödtet gahr durch satten überflus.
Doch du hast keine Schuld. Daß wier mit weinen lachchen daß kan ein frächches Weib mit geilem Leibe machchen: daß wier im Läben toodt bey Kummer lustig seyn ist unser Will' und Wundsch; wier selbst seynd unsre Pein
und eigener Verdärb. Den gantz-verkährten willen mus ihm ein frommer Mänsch durch keusches Läben stillen nicht sähn auf eitle Lust auf äuserlichen Schein noch selbst in solcher Sucht zu sehr vertieffet seyn.
Sonst möchten ihn vielleicht Franzosen überschläuchen das Neapohlsche Weh die Fürstin aller Seuchen. Nizete läbet noch die reiche Rodopee die Tais von Atehn die geil' Aspasiee:
Ja Fryne macht auch noch den Rath sinopissieren Zyren' hat ausgelernt die Jugend zu verführen in zwelferley gestalt. Wie manche Metra rafft Guht Bluht und Ehre fort mit ihrer falschen Haft!
Drüm wäg du geile Wält ihr buhlerischen Frauen Die uns ins Ahngesicht mit frächchen Augen schauen die unsrer Seelen nichts als nuhr ein Ir-wüsch seyn und führen in den Sumpf der Lästerlichen Pein.
Wehr kan gesichchert seyn wan sich Franzinne schminket und mit verbuhlter Stirn und geilen Augen winket; die auf Französisch' Ahrt gleich wie ein Affe tuht die fremde neurung liebt und zeugt den Wankelmuht
In dehm sie nicht so oft ein weisses Hemd' anläget als sonst das Ober-kleid des taags verändert träget. Die Frommen mein' ich nicht; ich sähe nuhr auf Die die jenen buhlern naach mit follem Halse schrie:
Komt laßt uns lustig seyn das Bett' ist schohn gezieret die Wal-stat ist bereit das Bol-werk aufgeführet: Die mein' ich die nichts tuht ein wohlgebildtes Weib das uns nur lüstern macht entblöß't den geilen Leib
ist ein gemeiner Bal den Buhlern ein Verlangen den ältern eine schmaach dem Mann' ein köstlichs prangen der andern Frauen Has: die sich den gantzen Taag mit fremden sachchen schmiert auf das sie blinken maag:
Die sich mit ötter salb't das aus dem Nabel schwöret aus Bisem-kazzen fleusst und ihre Schönheit mehret; die vohr ihr Ahngesicht des Luchses pisse nüzt die er aus neid vergräbt; die Küh-drek-wasser sprüzt
auf beyde Wangen hin sich schön und glat zu machchen; die Seiden-würmer Koht und viel dergleichen sachchen mit hauffen samlet ein schläft kaum die vierteil-nacht mit schwarzen schwedichen ihr Antliz weisser macht
und wäschet sich mit milch. Diß wissen jene Weisen drüm wil Diogenes gahr keine Fraue preisen und als er sah ein Weib am Feigen-baum erhänkt spraach er säht diesen ahn was er vohr Früchte schenkt!
O möcht' ein jeder Baum dehrgleichen Früchte tragen so könt' ein Man noch wohl von guhtem Glükke sagen! Pytagoras dehr auch dem Feinde schlimmers nicht als seine Tochter gönn't weis auch von dieser Gicht.
Kurtz. Sie seyn stäts bemüht der Männer Herz zu zwüngen und mit dem ihrigen in noht und tood zu bringen weil ihre geile gluht naach keinem andern dürst daß fast führ großer Hiz ihr flammend Herz zerbürst.
Lustinne so du kanst sprüng bey den armen Seelen die sich in ihrer Gluht so ängstigen und kwälen. Weistu kein mittel nicht? sol wohl zu solcher pein zu kühlen ihre gluht Laktuke dienlich seyn?
damit du den Adohn dein liebes Lieb bedäkket und unter ihrem kraut' und stauden hast verstäkket? sol's wohl der Kamfer tuhn dehn manch Einsiedler braucht? des Nikots scharfes Kraut das aus dem Munde raucht?
und trüknet das gehirn? Sol Kümmel davohr dienen? ein trunk von kaltem Schnee mit blaulichten Rosinen? Es maag wohl etwas seyn: Ich halte ganz dahrführ daß nichts als Mäßigkeit zerstöhrt die Liebs-begier.
Doch laß't uns nicht so gahr die Liebes-Lust vertreiben; das Mittel ist das bäst' und würd das bäste bleiben. wehr ganz nicht lieben wil dehr läbet ohne Licht wehr alzu-eifrig liebt hat sähend kein Gesicht.
Man mus nicht alzuviel das bluhmen-bet besprühen Im fal die bunte Tulp' und Nelke wohl sol blühen. Zu wenig oder nichts kan auch nicht dienlich seyn das mittel-maas schenkt uns das satte gnügen ein.
Der Himmel wan er izt in trähnen ganz zerflüßet und auf den Reben-stock die kalten ströhme güßet würkt keinen süssen trunk: ja wan der Sonnen strahl zu hizzig bränn't und flammt und regnet nicht einmahl
wie sol die traube dan mit most geschwängert wärden die annoch zahrt und klein? So wan das Rund der ärden die ganze weite Wält ganz lieb- und Eh-loos stäht wehr ists dehr zweifäln wil daß sie nicht gahr vergäht.
Drüm Lachmund sey gegrüßt Lustinne sey wilkommen der Amstelinnen Schaar kömt an den Strand geschwommen und nimt dich freudich ahn; der schöne Rosen-straus liegt auf das graas gesträut: das Feld Dorf Stadt und Haus
frohlokt zu deiner Ehr' und wil dich nuhn entfangen; der Nord-stärn blizt uns ahn man wartet mit verlangen. Und du O Rosemund kom auch und trit härführ Du götlichs Mänschen-kind dein Liebster ist schohn hier.
Kom ädle Rosemund neug' ihm die zahrten Ohren dehm du zu lieben nuhr so lieblich bist gebohren dehr ist es dessen Sin dein trauter Bilgram ist und deß gedanken Du die stäte Walfahrt bist.
Nim hin den Rosen-kranz du Rose dieser Zeiten der Liebe-knaben heer verfügt sich Dier zur seiten. Brich ahn du ädles Licht und ziere diesen Tanz bestrahle diese Zunft du aller Strahlen Glanz.
Dich hält Venedich zwahr der Städte Keyserinne als Tochter lieb und wehrt; doch wüsse daß Deutschinne Dich übermänschlichs Bild noch wehrt- und höher hält und Dier zu lieb' ihr Sohn diß Lust-spiel angeställt.
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