Es brach ein über-schöner morgen
in hofnungs-farbe durch die nacht
die ich in tieffen zukker-sorgen
fast durch-gebracht.
Ich ging am blanken Elben-strande
bei Hamburg der berühmten stadt
wo Hermans Zucht im Marsen-lande
ihr läger hat.
Da saß bei seinem tapfren sohne
ein übermänschlichs Frauen-bild
bekräntzt mit einer rosen-krohne;
die führt' ein schild.
Das schild war schwartz mit grühnen zügen
das sonst verliebten gar gemein;
ein hertz daraus viel flammen stiegen
sind mitten ein.
Der nennt sie Vene jener Fräue
das beides bei uns Fräundin heisst.
Für ihr stund eine lange reihe
mit krankem geist.
Auch Tugendhold kahm anzulangen
die große Frau der Fräuerei
die ihn mit fast gezwungnen wangen
schier machte schäu.
Er griff aus ihrem Glükkes-schreine
zuerst das ungewisse roht
darnach zwee schwartze schweermuhts-steine
das unglüks-loht.
Hierauf zog er ein gnaden-zeuchen
den weissen glüks-stein froh herfür;
ja endlich gold dem nichts mag gleichen
die sieges-zier.
Ha! sprach er ha! dis ist gesieget.
Kom meine liebste Marilis
die mehr als gold von Ofix tüget;
dis ist es dis.
So macht' er sich zu ihr mit freuden
und nahm sie bei der liljen-hand:
nuhn sprach er hab' ich lust für leiden
mein liebes-pfand.
Das volk rief glük. Ich wündsche seegen.
Die Vene schauet gühtig zu.
Der himmel tauet süßen regen
in stoltzer ruh.