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Das zwölfte Lied

Philipp von Zesen

Es brach ein über-schöner morgen in hofnungs-farbe durch die nacht die ich in tieffen zukker-sorgen fast durch-gebracht.

Ich ging am blanken Elben-strande bei Hamburg der berühmten stadt wo Hermans Zucht im Marsen-lande ihr läger hat.

Da saß bei seinem tapfren sohne ein übermänschlichs Frauen-bild bekräntzt mit einer rosen-krohne; die führt' ein schild.

Das schild war schwartz mit grühnen zügen das sonst verliebten gar gemein; ein hertz daraus viel flammen stiegen sind mitten ein.

Der nennt sie Vene jener Fräue das beides bei uns Fräundin heisst. Für ihr stund eine lange reihe mit krankem geist.

Auch Tugendhold kahm anzulangen die große Frau der Fräuerei die ihn mit fast gezwungnen wangen schier machte schäu.

Er griff aus ihrem Glükkes-schreine zuerst das ungewisse roht darnach zwee schwartze schweermuhts-steine das unglüks-loht.

Hierauf zog er ein gnaden-zeuchen den weissen glüks-stein froh herfür; ja endlich gold dem nichts mag gleichen die sieges-zier.

Ha! sprach er ha! dis ist gesieget. Kom meine liebste Marilis die mehr als gold von Ofix tüget; dis ist es dis.

So macht' er sich zu ihr mit freuden und nahm sie bei der liljen-hand: nuhn sprach er hab' ich lust für leiden mein liebes-pfand.

Das volk rief glük. Ich wündsche seegen. Die Vene schauet gühtig zu. Der himmel tauet süßen regen in stoltzer ruh.

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