Sonne laß scheinen deine Rosen-wangen
Die mit Rubienen völlig einher prangen
Komm ach du Fürstin der Gestirnten Felder
ziere die Wälder.
Schmücke dich herrlich mit geflammten Haaren
Laß durch den Himmel deine Rosse fahren
Eyle die Vogel hör ich schon erschwingen
Singen und klingen.
Nun seyd willkommen ihr geehrten Stunden
Die mich dem trauren gantz und gar entbunden
Nun seyd gegrüßet; Weil wir können meiden
Trauren und Leiden.
Diß ist die Stunde Lieber laß uns schreiben
Laß uns mit Liedern diese Zeit vertreiben.
Meine Geliebte wil die süßen Schmertzen
tilgen im Hertzen.
Ach hört! die Pferde die geschwinden Pferde
Schnauben und rennen frölich auff der Erde
Sie bricht mit Freuden durch die schöne Wälder
Wiesen und Felder.
Lachet ihr Thäler ihr begrünten Auen
Lasset uns wider diese Freude schauen:
Die uns der Ostwind vormahls hat entführet
Kommet gezieret.
Sey uns willkommen du o Zier der Zeiten
Liljen und Rosen müssen wir ausbreiten
Wo du mein Leben itzo pflegst zu gehen
sitzen und stehen.
Dein Abseyn machte daß die grünen Wiesen
Müsten verwelcken und die Winde bliesen
Nicht mehr so sanffte da der Wind aus Norden
stürmisch war worden.
Ey nun so leb' ich stets in vollen Freuden
Es soll uns niemand von einander scheiden
Kein Neid kein Trauren keine Noth und Leiden
Sollen uns scheiden.