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Das zweite Lied

Philipp von Zesen

Wie ist es? hat liebe mein leben besessen? wie? oder befindt sie sich leiblich in mier o liebliches Leben. Wem sol ichs zumessen daß meine gebeine so zittern für Ihr.

Ich gehe verirret verwürret und trübe und stehe vertüffet in lieblicher liebe. Die ächzenden lüfte die seufzenden winde die lächzende zunge der augen gewürr'

das böben der glieder macht daß ich verschwinde daß ich mich in meinen gedanken verirr'. Ach! Schöne Sie schone der schwächlichen Seelen wan Sie das gebrächliche hertze wil kwelen.

Ihr übliches lieblen o liebliches leben der lieblenden äugelein frölicher plitz macht daß ich verzükket herümher mus schweben ja daß ich verlüre gedanken und witz.

Das liebliche singen der zitternden zungen hat mier das hertze durchdrungen bezwungen. Sie lieb' ich Sie lob' ich Ihr leb' ich zu liebe Sie ehr' ich Sie hör' ich Ihr kehr ich mich zu:

Sie machet es daß ich im lieben mich übe daß ich verschertze die hertzliche ruh. Sie schreib' ich mich treib' ich Ihr bleib' ich ergeben; Sie denk' ich mich kränk' ich Ihr schenk' ich mein leben.

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Das zweite Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove