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Das Zehende Lied

Philipp von Zesen

Was mag ich mich unterfangen? Ach was untersteh ich mich Deine Rosen-rothe Wangen Anzuschauen und auch Dich

Schönes Bild herfür zu streichen Dem die Sterne selbsten weichen. Könte gleich Apelles mahlen Dich O wunderschönes Bild

und der Augen helle Strahlen Dieser blancken Brüste Schild Kan doch nicht entworffen werden Deine Tugend und Geberden.

Solche Liebligkeit im sprechen Das so milde freundlich-seyn Kann mir Muth und Sinnen brechen; Wenn dein Antlitz bricht herein

Wenn die braunen Augen funckeln Kann mich keine Nacht verdunckeln. Deiner hohen Stirne prangen schön und braunlecht anzusehn

Ist mein Hoffen und Verlangen Ach! wenn wird es wohl geschehn Daß da wird in meinen Armen Dein so schlancker Leib erwarmen.

Ich wil mich mit Macht bemühen Zu erlangen deine Gunst Wil mit meinem singen zihen Dich zu leschen meine Brunst:

Wenn ich dieses werd' erlangen Wil ich gerne seyn gefangen.

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Das Zehende Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove