Was mag ich mich unterfangen?
Ach was untersteh ich mich
Deine Rosen-rothe Wangen
Anzuschauen und auch Dich
Schönes Bild herfür zu streichen
Dem die Sterne selbsten weichen.
Könte gleich Apelles mahlen
Dich O wunderschönes Bild
und der Augen helle Strahlen
Dieser blancken Brüste Schild
Kan doch nicht entworffen werden
Deine Tugend und Geberden.
Solche Liebligkeit im sprechen
Das so milde freundlich-seyn
Kann mir Muth und Sinnen brechen;
Wenn dein Antlitz bricht herein
Wenn die braunen Augen funckeln
Kann mich keine Nacht verdunckeln.
Deiner hohen Stirne prangen
schön und braunlecht anzusehn
Ist mein Hoffen und Verlangen
Ach! wenn wird es wohl geschehn
Daß da wird in meinen Armen
Dein so schlancker Leib erwarmen.
Ich wil mich mit Macht bemühen
Zu erlangen deine Gunst
Wil mit meinem singen zihen
Dich zu leschen meine Brunst:
Wenn ich dieses werd' erlangen
Wil ich gerne seyn gefangen.