Was Liebe sey und was sie kann
Weiß itzund fast ein jedermann
Kein Ding ist ja von lieben leer
Die Erde liebt das wilde Meer
Der Weinstock pfleget ümzufassen
Des ulmenbaums begrünte Zier;
Die Nachtigal so für und für
Die grünen Wälder nicht kann hassen
Der schnöden Welt giebt gute Nacht
Wann sich Ihr Lieb von hinnen macht;
Nichts anders als die Lieb' es machet
Daß sich der Sternen Schaar anlachet
Ja daß die Lufft das Feuer tregt;
Wer hatt doch Gott nur angetrieben
Sein Allmacht gegen uns zu üben?
Die Lieb' hatt Ihn allein erregt.
Drüm recht! Ihr nunmehr Liebes-Paar
Laßt Euer Leid nun schwinden gar!
Es wündscht Euch Glück ein jedermann
Ich wil die Seiten wie ich kann
Anstimmen und odarisieren
Zu Ehren diesem Hochzeit-Schein;
Ach solt' ich auff den Wiesen seyn
Da stets die Vogel modulieren
(mein Fürstenau ich meine dich
Da schöne Blumen heuffiglich
und edle Früchte seyn zu schauen )
Ich wolte laßen Blumen hauen
und zieren aus das Braut-Gemach;
Doch wil ein Hochzeit-Lied ich singen
Das soll erschallen und erklingen
Biß an das blaue Wolcken-Tach.
Nun gehet hin und braucht der Liebe;
Des Glückes Neid Euch nicht versehr;
Kein unfall niemahls Euch betrübe
Daß übers Jahr Euch Gott verehr
Was Euch anlacht
Zu Tag und Nacht
Was nach dem Tod' Euch lebend macht.