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Das Zehende Lied

Philipp von Zesen

Weicht ihr Lateiner weichet auch ihr Griechen Ihr müsst Euch itzund ingesammt verkriechen Eure Gelehrten Weisen und Poeten müssen erröthen.

Es kann dich Maro unser Deutschland zwingen Weil Opitz Buchner und mein Flemming singen Flemming den selbsten Phöbus pflag zu hören lieben und ehren.

Seht! wie die Deutschen Erd' und Staub verachten und nach dem Himmel unauffhörlich trachten; Hier seyn Poeten die mit ihrem singen Eure bezwingen.

Was von Poeten unsre Poetinnen Euch auch zu fällen allgemach beginnen; Lisabeth Westhons wohlgefügte Sachen Eure verlachen.

Hier seyn der Schwartzin Deutsche Pierinnen Die leicht beschämen alle drey Corinnen Ob gleich die Eine drückte fünffmahl nieder Pindarus Lieder.

Sollen Praxillens lachens-werthe Sachen Itzt schaamroth unsre Rosenthalin machen? Nein nein. Erinne du auch Telesille schweige nur stille.

O wohl demselben! der sich hier bemühet und hilfft mit Kräfften daß sie ferner blühet unsre Poesie wie sie dann erklinget Kellner und singet.

Wohl! wohl! fahrt immer also fort zu spielen Mein Freund weil Pallas Liebes-Euglein schielen nauff! nauff zum Himmel! wer nur kann der singe daß es erklinge.

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