Wo ist doch meine Rosemund
die mier mein hertz macht wund?
Schau hier kommt sie Dier ihr leben
gantz zu geben.
Der himmel mag stürmen mag hitzen und blitzen
wan unter dem schirme der Liebe wier sitzen.
Wier können uns lieben
ohn' alles betrüben
dieweil uns die liebe so lieblich anblikt
ja weil es sich alles zur fröligkeit schikt.
Auf! kehre wieder Rosemund
und komm ach! kom zur stund.
Schau ich komm' und kehre wieder
zu dir nieder.
Die Liebe die liebliche Fürstin der sinnen
ergetzt uns und letzt uns von aussen und innen;
es sollen die hertzen
in schmertzen und schertzen
nuhn beide zusammen stets flammen mit lust
Die allen recht-liebenden bleibet bewust.
Der Mahn sucht stets sein Sonnen-licht
weil ihm sein glantz gebricht:
und den kühlen Mahn die Sonne
ihre wonne.
Die Sonne giebt wonne giebt wärme den saaten
der Mande befeuchtet sie daß sie gerahten:
Sie wärmet die felder
Er kühlet die wälder:
so tuhn auch zwei Liebsten in liebe verstrükt
mit seeligen lieblichen stunden beglükt.