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Das Vierde LiedIn seiner eignen und vorigen Melodey

Philipp von Zesen

Der edle Schäffer Corydon Saß einst in trauren tieff Gedacht an Fillis seine Sonn Darüber Er entschlieff

und als er eingeschlaffen kaum sein' Augen zugeschlossen macht Ihm durch einen süßen Traum Cupido Liebes-Possen.

Ihm daucht als wenn die Phillis käm In stiller Ruh der Zeit Ihn freundlich in Ihr' Arme nähm' und küsst' Ihn allbereit

Daher sein Hertz vor Freuden wallt: Wie soll ich das verstehen Sprach er zu seiner Liebsten bald Daß mirs so wohl sol gehen?

Kaum aber einen Augenblick genoss Er diese Lust Da ändert sich sein Schatten-Glück Das Ihn bethören must:

Cupido mit den Flügelein Ein groß Gereusche machte Daß Corydon aus süßer Pein alsbald vom Schlaff' erwachte.

Ach sprach der gute Corydon Ach! Allerschönste Zier Schaffstu mir solche Freud' und Wonn' In dem du weit von mier;

Was wird denn wohl dein zahrter Mund Vor große Freude machen Wenn du bey mir wie ich verwundt selbst schlaaffen soltst und wachen?

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