Der edle Schäffer Corydon
Saß einst in trauren tieff
Gedacht an Fillis seine Sonn
Darüber Er entschlieff
und als er eingeschlaffen kaum
sein' Augen zugeschlossen
macht Ihm durch einen süßen Traum
Cupido Liebes-Possen.
Ihm daucht als wenn die Phillis käm
In stiller Ruh der Zeit
Ihn freundlich in Ihr' Arme nähm'
und küsst' Ihn allbereit
Daher sein Hertz vor Freuden wallt:
Wie soll ich das verstehen
Sprach er zu seiner Liebsten bald
Daß mirs so wohl sol gehen?
Kaum aber einen Augenblick
genoss Er diese Lust
Da ändert sich sein Schatten-Glück
Das Ihn bethören must:
Cupido mit den Flügelein
Ein groß Gereusche machte
Daß Corydon aus süßer Pein
alsbald vom Schlaff' erwachte.
Ach sprach der gute Corydon
Ach! Allerschönste Zier
Schaffstu mir solche Freud' und Wonn'
In dem du weit von mier;
Was wird denn wohl dein zahrter Mund
Vor große Freude machen
Wenn du bey mir wie ich verwundt
selbst schlaaffen soltst und wachen?