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Das Vierde Lied

Philipp von Zesen

Verzihet noch etwas ihr lieblichen Sterne Ach wincket und blincket ein wenig uns zu Bleib Röthin du güldnes Kind bleibe von ferne Weil itzo sich findet die süßeste Ruh.

In dem ich im Arme Der Liebsten erwarme Halt Sonne dein Licht Ein wenig verborgen

Verjage den Morgen Weil itzo mir leuchtet der Liebsten Gesicht. Denn meine Geliebte wirfft güldene Straalen Aus ihrem Gesichte so heuffig und mild

Die unsere Zimmer so schöne bemahlen Wie irgend die Sonne die Berge vergüldt. Sie kann mich erquicken Mit güldenen blicken

Darff sonsten kein Licht Sie bleibet geflissen mich freundlich zu küssen Ihr Angesicht machet die Nächte zu nicht.

Ihr Wangen-roth blühet von schönen Narcissen Die Rosen und Lilien mehren die Zier Die röthlichen Lippen seyn ähnlich den Flüssen Da Zucker und Honigseim quillet herfür.

Die Adliche Jugend Ist immer in Tugend und Sitten bemüht; Die Venus muß weichen

Ihr kann Sie nicht gleichen Sie schwebet in völliger Tugend und Blüth. Der Apffel von Golde das Zeichen der Schöne Gebühret dier Schönste den geb' ich auch Dier

Wie? bistu nicht herrlich- und schöner als jene Die Paris erhoben an Schönheit und Zier? Die Schöne muß weichen Die Röthe verbleichen

Die Tugend besteht; Wie soll mann dich ehren? Dein' Ehre vermehren Die über die leichteste Feder auch geht?

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