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1654

Das Vierde Lied

Philipp von Zesen

Wer in seiner Lebens-Zeit Nur ist auff Einsamkeit beflissen Solcher hasset Freundligkeit und achtet gäntzlich nicht was weise Leute wissen

Wil auch kein weiser Mensche seyn; Verwirfft der Schrifften hellen Schein So ein anders bringen für Wanns schon befihlt der Römer Jupiter

So muß doch diß was uns gebeut der Herr Den Vorgang haben hier. Alles was mann findet hier Auff diesem weiten Rund der Erden

Das muß lieben für und für: Die Sternen wincken sich mit lieblichen Geberden; Der fetten Erlen grüne Zier So liebt die Flüsse für und für

Giebt dem grünen gute Nacht Wenn sich verliert der Flüsse Feuchtigkeit; Das Volck der Lufft kann auch nicht allezeit Vermeiden Liebes-Macht.

Drüm seyd Herr Breutgam dran Laßt schwinden Einsamkeit greifft nun mit Freuden an Der Ehe Zucker-süßen Streit So Juno hatt bereit:

Dann Weißheit wil nun auch durch Liebes-band verbunden seyn mit Euch in diesen Stand: Gott gebe Glück und Heil dazu und stille Friedens-Ruh!

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Das Vierde Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove