Skip to content
1654

Das Siebende Lied

Philipp von Zesen

Ihr Bücher meine Freude Du leichte Feder du Die ich zum schreiben schneide Hört meinen seufftzen zu.

Ich soll Euch nun verlaßen Wie fang' ichs doch nur an Soll zihen meine Straßen Ein' ungebähnte Bahn?

Der Weg wird mier zu lange Das scheiden ist zu schwer Es ist mier Angst und bange und bin bekümmert sehr.

Wer wil die Zeit vertreiben Die allzu lange Zeit Wann ich nicht mehr kann schreiben von meiner Adelheit.

Wenn ich nicht mehr kann lesen Den Edlen Opitz da Wie ihm sey lieb gewesen Die braune Flavia.

Wann Flaccus schöne Lieder Wenn Maro nicht bey mier So ist mier nur zu wieder Die schönste Lust und Zier.

Die Zeit wil nicht verflüßen Wenn Sappho schweigen muß Wenn mich nicht kann durchsüßen Der schwere Pindarus.

Doch weil ich ja soll scheiden und Euch nicht länger sehn So hoff' ich sol mit Freuden Mein wündschen auch geschehn.

In kurtzen komm ich wieder und dessen tröst' ich mich Da sollen dann die Lieder Erst recht anheben sich.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Siebende Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove