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1654

Das Siebende Lied

Philipp von Zesen

Ach! wie eitel seyn die Sachen Die uns sollen lustig machen! Dieses Lachen und das bittre Zucker-Wort

Das uns an ein solches Ort Zihet fort Da die schnöden Lüste stehen Das muß mit der Zeit vergehen

für und für. Mein? Wo bleiben die Geberden Die so weit geholet werden Hier auff Erden?

Wird nicht blaß der rothe Mund Der so manches Hertz verwundt auff den Grund Dem die schönsten Rosen wichen

und vor Ihm so gar verblichen? Er muß fort. Alle Lust und Freud' ist flüchtig Alles was wir thun ist nichtig

gantz untüchtig; Selbst der Leib ob er gleich schön Kann die länge nicht bestehn muß vergehn.

Ja der gantze Kreiß der Erden Muß durch Gluth zu nichte werden Mit der Zeit. Wohl! was wollen wir noch prangen

und der eiteln Ehr' anhangen mit Verlangen? Da doch alles nur verschwindt Was man hier auff Erden findt

Wie der Wind; Drüm wil ich nach jenem trachten und das Weltliche verachten: Welt Ade!

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Das Siebende Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove