Als Adelhold auff eine Wiesen Sehr traurig ausspazieren gieng Da lauter sanffte Winde bliesen und Ihn das trübe Leid ümbfing
setzt Er sich auff den grünen Plan und rührt die güldnen Seiten an. Er sang von seiner Liebsten Tugend Von ihrer Zucht und Freundligkeit
Wie er im Anfang seiner Jugend Sie hochgeliebet allbereit; Neid tobe wie du immer wilt Sein wündschen ist doch wohl erfüllt.
Seit daß ich bin von Dier wegkommen Du Nymfen-Sitz und Musen-Stadt Hat dreymahl ab- und zugenommen Des schier erblassten Mondes Blat
So lange bin ich allbereit von dir entfernt O Adelheit. Es konte niemand mich bereden Daß auch so scharff und rauh der Nord
Ich eylte fort gleich einem Blöden An meiner Sinnen Freuden-Port Die Muld' und Elbe nam mich an und hat mier alles guths gethan.
Den Krantz den mier im kühlen Meyen Zuletzte noch die Liebste schenckt Den wird mein Phöbus auch verneuen An den mein Hertze stets gedenckt
Mein Phöbus der berühmte Mann Der so vortrefflich spielen kann. Ein Freuden-Lied solt' ich wohl singen Ach! aber welche böse Post
Welch ein Geschrey hör' ich erklingen? Was kömmt vor Bothschafft her von Ost? Ist unsre Lieb' und Freundschafft todt? Ach! O der übergroßen Noth!
Doch muß ich mich nur drein ergeben Die Liebe stirbet nimmermehr Ob gleich der Leib ist ohne Leben Bleibt doch der Liebe Ruhm und Ehr;
Ich muß gedencken daß ich auch nichts bin als lauter Schnee und Rauch. Mein Freund ist Gott der mich auch liebet und ohne falsch des tröst ich mich
Dem sich mein Sinn und Hertz ergiebet und fürchtet keinen Wütherich Neid tob' und wüthe wie du wilt Der Höchste Gott ist doch mein Schild.
Ey nun Ade! Ich wil bald scheiden und sehn wo schöne Büsche stehn Da mier den bunten Krantz mit Freuden Wird geben und entgegen gehn
Mein' außerwehlte Nymf' und Braut Die Ich von fernen schon geschaut. Also sang Adelheid zu letzte Daß Wald Berg Thal und Feld erschallt
Als Er sich nun zu Schiffe setzte Zu segnen diesen Musen-Wald Trennt uns der Wind und dieses Licht Das nach der Abendröth' anbricht.
Cookies on Poetry Cove