Halt! du schöner Morgenstern
Bleibe fern
und du güldne Nacht-Laterne
Halt der weissen Pferde Lauff
itzund auff;
Steht ein wenig still Ihr Sterne.
Gönne mier die süße Ruh
Sonne Du
Laß uns doch der Liebe pflegen
Laß den kühlen Reiff und Tau
Auff der Au
Noch ein wenig unsert wegen.
Ist doch meine Liebste mier
Sonn' und Zier
Die mich itzund in den Armen
In den zarten Armen weiß
Die mein Preiß
und mich also lässt erwarmen.
und du wunder-schönes Licht
Die ich nicht
Nach der gnüge kan beschreiben
Laß der hellen Augen schein
bey mier seyn
Biß der Tag die Nacht wird treiben.
Wie hat mich dein rother Mund
Doch verwundt?
Das zweyfache Schild mich zwinget
Das vor deinem Hertzen steht
Wie ein Beet
Da der Liljen Pracht auffspringet.
Ach! entschlage dich ja nicht
Schönes Licht
Dieser Lust in deiner Jugend
Brauche deiner Liebligkeit
und der Zeit
Schadt es doch nicht deiner Tugend.
Laßt uns immer freudig seyn;
Nacht und Wein
Reitzen uns itzund zum lieben;
Dann wann Liebe Nacht und Wein
bey uns seyn
Kann uns Langmuth nicht betrüben.