Skip to content
1654

Das sechs und zwantzigste Lied

Philipp von Zesen

Schöninne derer strahlen die sonne dunkel macht wan sie sich pflegt zu mahlen mit ihrer morgen-pracht:

ja wan sie tuht den letzten zug legt an und ab den abend-schmuk. Für deiner augen blikke steht ihre zier verbleicht.

Sie flüht für angst zu rükke wird schaam-roht und entweicht. Ihr aug' entäugt die deinen nicht: Ihr fehlt dier aber bleibt das licht.

Dan dieser Sonnen blikke das blitzel-aug in mier das meinem muht legt strükke hat größre macht und zier.

Ihr sterblichen folgt meiner bahn und bähtet diese Schöhnheit an. Ihr aber seid beschworen ihr schönen augen ihr

die nuhr zum schein erkohren bestrahlt mich für und für: laßt niemahls euer licht vergehn und bleibt in einem scheine stehn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das sechs und zwantzigste Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove