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1654

Das Neunde Lied

Philipp von Zesen

Schönste willkommen ach Liebste willkommen Deine Geberden o edeles Bild Haben uns gäntzlich das Hertze genommen Sehet ihr Brüder das doppelte Schild

mit Perlen besetzet die Augen ergötzet die Adliche Zier: Die Lippen ach schauet!

seyn immer betauet Welches von Hermon der Höchste schenckt Ihr. Ihre Gespielen seyn Adel und Tugend Stärcke Gerechtigkeit Klugheit und Zucht

Welches am nützesten unserer Jugend Sonsten ist alles geneiget zur Flucht. Begehrstu zu singen Von künfftigen Dingen

Das zeiget sie Dier; Sie lesset bekräntzen im itzigen Lentzen unsere Heupter in träfflicher Zier.

Sehet ihr Töchter! ach sehet uns stehen Sehet das überaus schöne Geschenck Helffet das Freuden-Fest alle begehen Trincket das edele Freuden-Getränck.

Ach! trincket und esset Des Leides vergesset Zu itziger Zeit: Es kommet gegangen

in röthlichen Wangen unsere schöne Sophia bereit. Laßet die lieblichen Lauten erklingen Laßet die Geygen erschallen allhier

Laßet uns singen die Stimmen erschwingen Bachus gibt Reben-Safft Ceres giebt Bier Kommt laßet uns tantzen und trincken zu gantzen

Ihr Brüder itzund: Macht Freuden-Gethöne Daß unsere Schöne unsre Sophia mag leben gesund!

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Das Neunde Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove