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Das Neunde Lied

Philipp von Zesen

Wer stets mag sitzen neben Dir o Schöne Schauet dein lachen höret dein Gethöne Der kan den Göttern gleich geschätzet werden billich auff Erden.

Diß macht mein Hertze gantz und gar verzücket; Da ich nur einmahl dein Gesicht erblicket bin ich verstummet; vor den süßen Reden muß ich erblöden.

Es steht die Zunge kann auch nicht mehr sprechen Weil mier die Stimme schone wil gebrechen Ich bin entzündet die verliebten Flammen schießen zusammen.

Das Ohr erklinget beyde Lichter weichen Der Schweiß durchdringet mein Gebeine ingleichen Schauern und zittern fallen hin und wider über die Glieder.

Ich bin verblasset wie die dürren Kreuter Fast gantz entseelet kann auch gar nicht weiter Der Athem schwindet daß ich nun muß werden schleinig zur Erden.

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Das Neunde Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove