Wes ist der rothe Mund das güldne Licht?
Das durch den späten Abend bricht?
Wes seyn die Rosen-Wangen?
Wes ist das lachen doch
Das mich nun führt gefangen
Ans süße Liebes-Joch.
Hastu gezeuget dann O schöner Berg
Ein solches Licht und süßes Werck?
So kann ich warlich! sprechen
Die Freundligkeit ist hier
Den Spiegel mustu brechen
O Venus selbsten Dier.
Hier hat sich Tugend selbst gepflantzet ein
Hier ist das milde freundlich-seyn
Was soll ich dann nun schließen
Aus ihrer Liebligkeit?
Die Gratien selbst fließen
und brechen durch den Neid.
Das urtheil sprach Ich nun O schöne Zier
Den güldnen Apffel geb' ich Dier
Die Tugend die ich kaum gesehen
Hat mich schon so entzückt
Was wird dann wohl geschehen
Wann ich dich recht erblickt.