Skip to content
1654

Das Neunde Lied

Philipp von Zesen

Wes ist der rothe Mund das güldne Licht? Das durch den späten Abend bricht? Wes seyn die Rosen-Wangen? Wes ist das lachen doch

Das mich nun führt gefangen Ans süße Liebes-Joch. Hastu gezeuget dann O schöner Berg Ein solches Licht und süßes Werck?

So kann ich warlich! sprechen Die Freundligkeit ist hier Den Spiegel mustu brechen O Venus selbsten Dier.

Hier hat sich Tugend selbst gepflantzet ein Hier ist das milde freundlich-seyn Was soll ich dann nun schließen Aus ihrer Liebligkeit?

Die Gratien selbst fließen und brechen durch den Neid. Das urtheil sprach Ich nun O schöne Zier Den güldnen Apffel geb' ich Dier

Die Tugend die ich kaum gesehen Hat mich schon so entzückt Was wird dann wohl geschehen Wann ich dich recht erblickt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Neunde Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove