Felsen-sohn mein andres Ich sei geruhig meinen brüdern zuzuhören williglich die mich mit so lieben liedern
heute grüßen da ich mag feiren meinen nahmens-tag. Heute da des himmels zier sich zu kleiden war geflissen
schrieb mein Deutschmuht her zu mier ja mein Bornman fügt zu wissen wie er diese gantze nacht und noch itzund lieder macht.
Eines schikt mier jener zu dieser kömmt auch an zu paaren; wo doch aber bleibestdu? hält dich etwan bei den haaren
Deine die dich von mir trennt und sich deine Fürstin nennt. Adelmund ist auch schon hier; ja ihr Bruder wird bald kommen:
schau' es fehlet nur an dier; du hast mir die lust benommen darüm daß du dich entzühst und der freunde lust nicht siehst.
Aber du hast andre lust die dier tag und nacht wird bleiben wie dir selbsten ist bewust und mier zeugt des Liebholds schreiben;
Liebhold schreibt es kurtz und rund wol! so bleibt mier Rosemund. Ich erfreue mich mit Dier und weil wier uns brüder nennen
so wird deine Liebste mier hoff' ich gäntzlich auch vergönnen daß ich selbe diesen tag meine schwester nennen mag.
Dan ich trink' ihr wol-ergehn bei der Amstel in dem reihen. Lachmund läßt es auch nicht stehn mus sich selbsten mit mir freuen;
Brunschweig schikt uns ädles bier Zerbst ist selbsten auch alhier. Rosemund mein einigs Al meine Fromme meine Schöne
mein Erhöben und mein Fal macht mier itzt ein solch getöhne ja sie wird mier mund und hand gäben als ein Liebes-pfand.
Itzt geh' ich zu letzt mit ihr bei den blanken Amstelinnen unter ihrer linden zier; dan o schmertz! ich mus von hinnen
ja von hinnen mus ich ziehn und mein eignes glükke fliehn. Ein verhängnüs träkt mich fort o dem ungemenschten Thiere!
daß ich diesen ädlen ort ach! o schmertz! o leid! verlüre: aber was! es mus so sein mein gemüht zwingt helfenbein.
Weich- und weiblich-sein geziemt einer Jungfer und den weibern; aber der sich mänlich rühmt mus nicht kleben an den leibern
die nach ehr und ruhm nicht gehn und im schwachen folke stehn. Sol ich dan so für und für bei der Allerliebsten liegen
und nicht kommen für die tühr ja mich gleichsam knechtisch bügen? ach! das wil mir gar nicht ein; ich kan nicht gut weibisch sein.
Bin ich gleich nicht was ich bin sol ich gleich die gunst verlüren doch behalt' ich meinen sin laße mich kein schmeucheln rühren
schönheit hält mich gantz nicht auf tugend geht doch ihren lauf. Ehre bleibt mier oder nichts; reisen mus ich oder sterben:
doch die kraft des nachgerüchts läßt ohn dis mich nicht verderben. Meine starke Tichterei macht mich für dem tode frei.
Tod was unterstehstdu dich wilstdu unsre Ros' entröhten? wilstdu Neid vergiften mich? Nein. ihr könnt uns nimmer tödten:
wisst ihr nicht daß unsre zier grühnt und blühet für und für. Diese Helden gehn herfür führen nichts als Ehren-zeichen:
dinte feder und papier werden eurer macht nicht weichen: dan ihr himlisches gemüht schreibet kein vergänglichs lied.
Dis mein ädler Felsen-sohn haben wir zum hohen lohne; dis tuht unser klahrer tohn daß wir stehn für Föbus trohne
sehn bekräntzt den stäten Mei wissen nicht was sterben sei. Dis macht mich der freuden fol dis erräget mein gemühte;
das ich singe wie ich sol wan mein innerlichs geblühte sich erhitzt mit himmels-kraft daß es nichts was stärblich schafft.
Letzlich weil ich ja mus ziehn und den willen nicht kan zäumen; ei so sol und wil ich ihn selbst befördern ohne säumen.
Drüm befehl ich dich dem Herrn und mich Dier o Freunde-kern. Kern der Freunde die mier seind jemahls auf der welt verpflichtet
der es alzeit treulich meint der mich schwachen aufgerichtet; Dier befehl ich auch zuletzt was ich bei Dier eingesetzt.
Meinen Schatz befehl ich Dier der mier ehmals hat gegeben meinen besten schmuk und zier ja ein unvergänglichs leben
daß ich nun im klugen sin himlisch und nicht irdisch bin. Ein Weiser were ja wohl weise wan er wüste daß er herrscht' über sich und über seine lüste.
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