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Das Fünffte Lied

Philipp von Zesen

O Spiegel der Tugend wie daß du mit schweigen Die lieblichen Stunden der Jugend verbringst Kann diese Musike dein Hertze nicht beugen Daß Schönste du selbsten zur Fröligkeit dringst?

Laß schimmern die Blicke Komm schaue zurücke Die Sonne sucht dich: Dein langes verzihen

Dein stetiges flühen Wie kan es die Nächte so dulden üm sich? Die Sonne verfünstert sich selbsten und scheidet verlässet am Himmel die güldene Spur

So ferne dein Leben ihr Angesicht meidet Du andere Sonne du schöne Figur. Kom unser Verlangen Laß blicken die Wangen

Dein güldenes Licht; Laß hören dein singen Dein liebliches klingen Sonst werden die Tage vor trauren zu nicht.

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Das Fünffte Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove