Skip to content
1654

Das Erste Lied

Philipp von Zesen

Edler Printz von Sachsen-Stamme Zweig der Rauten so itzund Zeigt den angenehmen Mund und die heisse Liebes-Flamme

Dir O Halle (derer Thor Gantz verlaßen war zuvor und sehr traurig sich befunden) Sey gegrüßt zu diesen Stunden

und Ihr Stunden auch zugleich Stunden die Ihr freuden-reich. Glück zu dem Rauten-Zweig hört! wie die Pleisse schreyet Hört! wie die Saale rufft und sich O Fürste freuet

Auff eure Gegenwart; Die Stände ruffen zu Gott geb' Euch Glück und Heil! Gott geb' Euch Fried und Ruh! Gantz Sachsen wündschet noch Glück auff Glück auff die Reise O edles Fürsten-Bluth und singt die Freuden-weise

die Sonne schaut herfür aus ihrem blauen Zelt und schickt Dier Halle zu den lang-gewündschten Held. Halle schicke dich zu grüßen Deinen neuen Breutigam

Den dir schickt der Sachsen-Stamm; Er wil in den Arm dich schließen Neige deinen zahrten Mund Ihm entgegen auch itzund.

Sihstu deinen Fürsten reiten? Sihstu kommen Ihn von weiten? Steig auff deine Thürne Du Schaue wie Er naht herzu!

Ach seht! wie blinckt das Feld mit Rossen fast bedecket seht! wie die Traurigkeit sich allgemach verstecket Itzt kommt der Printz heran itzt neiget sich die Stadt Die Er zu schützen ihm itzund erwählet hat.

Wie lieblich lacht Er doch! wie redet Er so freundlich! Er meinet alles guth und stellet sich nicht feindlich Wie jener Boreas. Der süße Zephyr weht Den Frieden mildiglich wo dieser Fürste steht.

Weißheit Kunst Verstand und Ehre Ihn begleiten jederzeit Sanfftmuth und Gelindigkeit Leuchten aus Ihm: Ey ich höre

Wie das Volck ihn lobt und liebt und sich Ihm zu eigen giebt. Hört die angenehmen Worte Die Ihr seyd an diesem Orte

Edlen Bürger seht die Zier Die ihn hat ümbfangen hier. Wer? oder welcher Fürst kan solche Reden führen Die so nachdencklich seyn und ihn zum meisten zieren?

Wie wie bedachtsam doch redt Er die seinen an Als je ein weiser Fürst erwiesen und gethan? Augustus ist durch Sieg ein großer Keyser worden August der Rauten-Zweig aus großer Sachsen Orden

Erhielt die reine Lehr: Auff daß ihr beydes thut O Held so geb' Euch Gott Gedeyen Glück und Muth!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Erste Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove