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Das Eilffte Lied

Philipp von Zesen

Cynthia du güldnes Licht Das nun durch den Abend bricht Scheine meiner Liebsten doch Blinckt ihr Sterne

her von ferne helfft uns tragen dieses Joch. Weil wir schon in süßer Ruh Diesen Abend bringen zu

Weil mich itzt mein Auffenthalt In den Armen Lässt erwarmen Mag es immer werden kalt.

Nach der Kälte frag ich nicht Wenn ich diß mein Sonnen-Licht Annoch bey mir haben mag das mich quicket

und anblicket Biß sich zeigt der hohe Tag. Sie ist flüchtig wie ein Reh Ihren Haaren weicht der Klee

Ihrer rothen Lippen Zier von Korallen mier gefallen Wann Sie neigt Ihr Heupt zu mier.

Lieblich klingt es wann die Bach Durch die Steine rauscht gemach Dieser aber geht sie vor Wenn sie singet

Wenn sich schwinget Ihre Stimme hoch empor. O wie seelig ist die Nacht Da mich dieses Licht anlacht

Da ich Ihren rothen Mund bin geflissen stets zu küssen Da mir alles ist vergunt

Ihre Liebe schenckt sie mir und ich schencke wider Ihr Meine Liebe biß die Nacht von uns weichet

wenn verbleichet dieser güldnen Sterne Pracht. Nun du güldnes Feder-Zelt Das vor andern uns gefällt

Laß verschwiegen seyn die Lust die wir üben in dem lieben die nur dier und uns bewust.

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