Cynthia du güldnes Licht
Das nun durch den Abend bricht
Scheine meiner Liebsten doch
Blinckt ihr Sterne
her von ferne
helfft uns tragen dieses Joch.
Weil wir schon in süßer Ruh
Diesen Abend bringen zu
Weil mich itzt mein Auffenthalt
In den Armen
Lässt erwarmen
Mag es immer werden kalt.
Nach der Kälte frag ich nicht
Wenn ich diß mein Sonnen-Licht
Annoch bey mir haben mag
das mich quicket
und anblicket
Biß sich zeigt der hohe Tag.
Sie ist flüchtig wie ein Reh
Ihren Haaren weicht der Klee
Ihrer rothen Lippen Zier
von Korallen
mier gefallen
Wann Sie neigt Ihr Heupt zu mier.
Lieblich klingt es wann die Bach
Durch die Steine rauscht gemach
Dieser aber geht sie vor
Wenn sie singet
Wenn sich schwinget
Ihre Stimme hoch empor.
O wie seelig ist die Nacht
Da mich dieses Licht anlacht
Da ich Ihren rothen Mund
bin geflissen
stets zu küssen
Da mir alles ist vergunt
Ihre Liebe schenckt sie mir
und ich schencke wider Ihr
Meine Liebe biß die Nacht
von uns weichet
wenn verbleichet
dieser güldnen Sterne Pracht.
Nun du güldnes Feder-Zelt
Das vor andern uns gefällt
Laß verschwiegen seyn die Lust
die wir üben
in dem lieben
die nur dier und uns bewust.