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Das Eilffte Lied

Philipp von Zesen

Wer hat der Venus solche Macht gegeben? Es muß ja alles Ihr zu Willen leben; Wirfft nicht Cupido über alle Lande Ketten und Bande?

Alle Gewalten legt Er Ihm zu Füßen: Er als ein Blinder kann so grade schießen Willig und gerne muß Ihm dienstbar werden Himmel und Erden.

Mars weicht ihm selbsten Jupiter auch fühlet Der sonst mit Donner Blitz und Hagel spielet Den Pfeil der Liebe: muß vor Ihm sich schmiegen neigen und bügen.

Kann Er doch selbsten seine Mutter zwingen und sie ins schwere Joch der Liebe bringen; Wie solt' es kommen daß Er dich nicht finden könte zu binden.

Wenn du gleich wohntest wo sich Phöbus leget und wo Er wieder seinen Wagen reget Würde dich dennoch mit den süßen Pfeilen Dieser ereilen.

Drüm gib dich willig Du o mein Verlangen Du wirst doch sonsten anderwerts gefangen Bleib wiltu bleiben diß mein Hertz und Leben wil ich Dier geben.

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