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1654

Das Dritte Lied

Philipp von Zesen

Herfür du Laute meine Lust itzt soltu dessen Lob vermehren Der meinem Hertzen ist bewust Itzt wil ich singen dem zu Ehren

Der meine Wonn' und Freude bleibt So lange man von lieben schreibt. Er ist mein Schönster nur allein Sein Antlitz kann mich so entzücken

Daß ich Ihm gantz muß dienstbar seyn. Wenn seine beyden Sonnen blicken Auff mein verfünstert Angesicht. So darff ich Sonne deiner nicht.

Gleich wie die schönen Rosen hier Bey früher Morgenröthe prangen und blühen recht in voller Zier; So blühen auch die schönen Wangen

Die voll Magneten und Rubien Mich so zum Liebes-Feuer zihn. Wann sich nur regt der schöne Mund Hört mann die Redners-worte fließen

Die mich so mannichmahl verwundt Er kan mit Anmuth sie versüßen Bald wieder Ernst im Reden seyn Wann Zeit und Stunde bricht herein.

Ich weiß daß Er mich treulich liebt Drüm hab ich ihm mich auch ergeben Ich weiß daß Er sein Hertz mier giebt Drümm geb' ich Ihm mein gantzes Leben.

So bin ich sein und Er ist mein Nichts treuers kann auff Erden seyn.

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Das Dritte Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove