Wan ich bestürtzt und traurig bin so ists üm dich o Liebster meiner Lieben weil du den deutsch-gesinnten sinn o deutsches Hertze wilst betrüben,
Ich fühle mich gerührt: die hälfte meines hertzens hastdu mier schohn entführt du brun-kwel meines schmertzens.
Die liebe die von Frauen rührt entzündt sich bald und hitzt wie feuer-flammen; doch wird sie nicht so hoch geführt und hat die augen nuhr zu Ammen:
die aber die aus träu aus freundschaft zwischen freunden entspringt ist alzeit neu und steht bei freund und feinden.
Die letzte treibet mich und dich uns hold zu sein du Auszug meiner sinnen; und diese macht es daß ich mich indem du ziehst so weit von hinnen
für wehmuht kwehlen mus: die zunge kwillt im munde und schweigt den letzten grus in deiner abschieds-stunde
Dein lob wil ich mit Demant-stein aufs lichte glas der ewigkeiten schreiben und deinen unverfälschten schein zu jenen Helden einverleiben;
da wird die Leicht-ahrt dich die falsche sehn mit schmertzen und Roselinde sich erfreun von gantzem hertzen.
Vergis der falschen immerhin und mache dich zur träuen Roselinde: es folgt dier nach mein hertz und sinn und wündscht dier alle guhte winde.
Gedenke meiner dan wan du sie lässt erwarmen die dich so liebgewan in deinen träuen armen.
Wohl! weil es ja getrennt mus sein und ich alhier noch diesen winter leben so wil ich manchen kühlen wein dem halb-beraubten hertzen geben
damit dasselbe teil das du ihm hast entzükket auch sei gesund und heil und du mit ihm beglükket.
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