Es bricht herfür der Nächte Schatten
Doch scheint mir noch der Liebsten Licht
Der Himmel wil es kaum gestatten
Drümb scheint und gläntzt es ferner nicht.
Weil sich die Liebste von mir macht
Empfind' ich unglück diese Nacht.
Die Nacht das Schrecken-Kind entspringet
Da Leid auff Freude folgen muß
Die Dunckelheit mich gantz ümbringet
O harter harter Himmels-Schluß!
Weil sich die Liebste von mir macht
Empfind' ich unglück diese Nacht.
Muß dann der rothe Mund verblassen
Dem noch die schönste Rose weicht?
Muß denn das dopple Licht mich hassen
Vor dem die Sonne selbst verbleicht?
Weil sich die Liebste von mir macht
Empfind' ich unglück diese Nacht.
Ach mein! wie hab ich das verdienet?
Was hab ich ewig nur verschuldt?
Wie bin ich dann noch nicht versühnet
Zu leben in der Liebsten Huld?
Weil sich die Liebste von mir macht
Empfind' ich unglück diese Nacht.
Doch muß ich mich nur drein ergeben
und weil es anders nicht kan seyn
Des trüben Himmels Gnade leben
Der auff mich zornig ist allein.
Weil sich die Liebste von mir macht
Empfind' ich unglück diese Nacht.