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Das ander LiedAuff eine unglückseelige Nacht

Philipp von Zesen

Es bricht herfür der Nächte Schatten Doch scheint mir noch der Liebsten Licht Der Himmel wil es kaum gestatten Drümb scheint und gläntzt es ferner nicht.

Weil sich die Liebste von mir macht Empfind' ich unglück diese Nacht. Die Nacht das Schrecken-Kind entspringet Da Leid auff Freude folgen muß

Die Dunckelheit mich gantz ümbringet O harter harter Himmels-Schluß! Weil sich die Liebste von mir macht Empfind' ich unglück diese Nacht.

Muß dann der rothe Mund verblassen Dem noch die schönste Rose weicht? Muß denn das dopple Licht mich hassen Vor dem die Sonne selbst verbleicht?

Weil sich die Liebste von mir macht Empfind' ich unglück diese Nacht. Ach mein! wie hab ich das verdienet? Was hab ich ewig nur verschuldt?

Wie bin ich dann noch nicht versühnet Zu leben in der Liebsten Huld? Weil sich die Liebste von mir macht Empfind' ich unglück diese Nacht.

Doch muß ich mich nur drein ergeben und weil es anders nicht kan seyn Des trüben Himmels Gnade leben Der auff mich zornig ist allein.

Weil sich die Liebste von mir macht Empfind' ich unglück diese Nacht.

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