Weißheit sage wo du bist wo dein reicher Quell aufsteiget und sich zeiget Träncke mich mit deiner Fluth Höchstes Guth
Laß mich deinen Most versüßen und genießen Deinen Zucker-süßen Wein Laß mich immer bey dier seyn
Daß mein Mund mit Weißheit blühe und in Tugend sich bemühe O du Fürstin aller Kunst die mich kann mit Liebes-blicken So entzücken
Ach wie herrlich ist dein Glantz und der Krantz Der den güldnen Helm ümringet und mich zwinget
Der auff deinem Heupte steht Da der Sonnen Blitz ausgeht Da die güldnen Engels-Flammen Sich entzünden allzusammen.
Deine Brust mit Perlen gantz üm und üm geschmücket Mich entzücket: Ja der hellen Augen Zier Funckeln Dier
Wie des Adlers hohe Strahlen Wenn sie praalen: Deine Wangen wachsen Dier Wie der Tausendschönen Zier
von dem Tau die Lippen nassen Der entspringt auff Hermons Gassen. Du o werthe Creatur du hast mir das Hertz gerühret und entführet
Deine Zucker-süße Wort Seyn mein Port Ja das Hertze wil mir brechen Kann nichts sprechen
Wenn dein Mund sich reget nur; Ich muß laßen Ziel und Spur und mich zu denselben Enden Da du redest willig wenden.
Du solt meine Liebste seyn meine Freude meine Sonne Lust und Wonne Wann mich ja die dunckle Nacht irrig macht
Soll der Augen helles blicken Mich erquicken; Meine Schöne meine Braut Die der Himmel mier vertraut
Du machst das Mich lieben werden Die Gewaltigen auff Erden. Du solt meines Nahmens Lob in die hohen Wolcken bauen Stets zu schauen
Mein Gedächtnüß wird bestehn Wo die Sterne gehn und unsterblich auch verbleiben und bekleiben
Nur dier Neid zu Trotz und Hohn: Wohl demselben! der den Lohn Der da trotzt die hohen Sinnen Kann mit Ehr und Ruhm gewinnen.
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