Solte die Tugend so liegen verschwiegen?
Solte die Wissenschafft Ehren-loß seyn?
Solten die Künste verdunckelt erliegen
Ohne Belohnung und würden? Ach! nein.
Die Heliconinnen
Erwecken die Sinnen
und winden den Krantz;
Die Hochzeit herdringet
Das Seiten-Spiel klinget
unsre Sophia die zieret den Tantz.
Phöbus hatt itzund dier solches gegeben
Was du verdienet durch täglichen Fleiß
Thoren und Breßlau gab edele Reben
Rostock die Trauben und Lübeck den Preiß:
Ja Leipzig dich tränckte
und süßen Most schänckte
Nun folget der Wein
Den Wittenberg giebet
Das deine Kunst liebet
Schäncket dier Liebster Freund Ehre voll ein.
Pallas liebeugelt und lächelt vor Freude
Alle Göttinnen erfreuen sich auch
unsre Sophia windt Kräntze mit Seide
Giebet den Trauring nach ihrem Gebrauch.
Ey! lustig! Ihr Brüder
Dactylische Lieder
Nun singet und klingt
Sophia mein Leben
Dier wil ich nachstreben;
unsere Feder gen Himmel dich schwingt.
Mercke Sophia diß sing' ich zu Ehren
Deinem Geliebten und selbsten auch Dier
unsere Muse wird solches vermehren
Geben dein hohes Lob weiter herfür;
Hier will ich beschlüßen
mit Versen zu grüßen
Dich edeles Bild.
Wil anderwerts singen
Von höheren Dingen
welche dein Hertze vollkömmlich erfüllt.