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Das Achte Lied

Philipp von Zesen

Solte die Tugend so liegen verschwiegen? Solte die Wissenschafft Ehren-loß seyn? Solten die Künste verdunckelt erliegen Ohne Belohnung und würden? Ach! nein.

Die Heliconinnen Erwecken die Sinnen und winden den Krantz; Die Hochzeit herdringet

Das Seiten-Spiel klinget unsre Sophia die zieret den Tantz. Phöbus hatt itzund dier solches gegeben Was du verdienet durch täglichen Fleiß

Thoren und Breßlau gab edele Reben Rostock die Trauben und Lübeck den Preiß: Ja Leipzig dich tränckte und süßen Most schänckte

Nun folget der Wein Den Wittenberg giebet Das deine Kunst liebet Schäncket dier Liebster Freund Ehre voll ein.

Pallas liebeugelt und lächelt vor Freude Alle Göttinnen erfreuen sich auch unsre Sophia windt Kräntze mit Seide Giebet den Trauring nach ihrem Gebrauch.

Ey! lustig! Ihr Brüder Dactylische Lieder Nun singet und klingt Sophia mein Leben

Dier wil ich nachstreben; unsere Feder gen Himmel dich schwingt. Mercke Sophia diß sing' ich zu Ehren Deinem Geliebten und selbsten auch Dier

unsere Muse wird solches vermehren Geben dein hohes Lob weiter herfür; Hier will ich beschlüßen mit Versen zu grüßen

Dich edeles Bild. Wil anderwerts singen Von höheren Dingen welche dein Hertze vollkömmlich erfüllt.

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Das Achte Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove