Wo ist Euer Schönster nur
Schöne Braut itzt hingewichen?
Folget balde seiner Spur
Eh Er gar zu sehr verblichen;
Sucht den Liebsten Er ist hin
Es vergeht ihm Muth und Sinn.
Seht! wie sehr Er ist verwundt
Nichtes ist an Ihm als Liebe
Wie sein Nahme machet kunt
Denn der Liebe Feder schriebe
Vor der Zeit in euer Hertz:
Dencket nicht es sey mein Schertz.
Wann ein Held mit frischem Muth
An den Feind so gierig setzet
Wird ihm offte Leib und Bluth
Durch das grimme Schwert verletzet
Daß Er bald muß halten inn
und verlieret Muth und Sinn.
So ist Euer Liebster auch
Der Euch wollen abgewinnen
und itzund nach Liebes-Brauch
Erstlich wird das schiessen innen
Das aus euren Augen dringt
und sein gantzes Hertz ümbringt.
Eylt und gebt ihm einen Kuß
Daß Er mit dem Munde zihen
Euren süßen Athem muß
Daß die Lippen wieder blühen
und den Rosen werden gleich
Die anitzt erblasst und bleich.
Ist es Schöne nun geschehn?
Ist er nicht schon so erquicket?
Ey nun könnt ihr scheinbar sehn
Wie Er vor in Lieb' entzücket
Gegen Eure schöne Zier
Daß Er sich geschämt dafür.
Nun so sprecht Ihm kühnlich zu
Hertzet schertzet weil Ihr könnet.
und begebet euch zur Ruh
Weil Ihr gar vor Liebe brennet
Geht! o geht! weil Gott und Glück
Euch nicht wieder rufft zurück.