Skip to content
1654

Das Achte Lied

Philipp von Zesen

Unlängst ist der Neidhart kommen In das edle Sachsen-Land An den blancken Elben-Strand und sein Lager da genommen

Wo der große Daphnis wohnt Da die Tugend wird belohnt. Wolte sich in hohe Sachen O der Thorheit! mischen ein

Nichtes kont' ihm eben seyn Wolte tadelhafftig machen selbst den hochberühmten Ort Wo man hört ein Göttlich Wort.

Aus dem Munde giengen Flammen Die den edlen Himmels-Fluß Der dich Room auch trotzen muß Solten dämpffen allzusammen;

Brennt er aber noch so sehr Quillt der Fluß doch mehr und mehr Wunder! daß sich so erkühnet Dieser Schwefel-blaue Mann

Den die Hölle liebgewann Der den Furien auffdienet Den der Styx gezeiget hat und sich nimmer frisset satt.

Neidhart packe dich von hinnen Bleibe wo dein Bleiben ist Wo du sonst herkommen bist und verübe dein Beginnen

Wo der Schwefel-Rauch entspringt und sich in die Lüffte schwingt. Man kan deiner wohl entbehren; Deine Kunst und Zierath ist

Lästern Lügen Leugnen List; Ich wil deiner nicht begehren Bin dir feind von anbegin Packe dich nur immer hin!

Unser Sinn soll doch nicht wancken Sondern standhafft hier bestehn Wo die güldnen Quelle gehn; Er soll bleiben in den Schrancken

Er sol seyn zu Tag und Nacht Auff Beständigkeit bedacht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Achte Lied · Philipp von Zesen · Poetry Cove