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An die Liebinne/ aus einem Hochzeit-gedichte

Philipp von Zesen

Ein steinern hertz und leere seele ein ungemeinter liebes-blik ein auge das in seiner höhle zwar rollt und schmollet ohne schrük

jedoch nicht aus dem hertzen rührt ist nichts als rauch der uns verführt. Wer darf so hart für dier erscheinen und wil noch ungestraffet sein.

mag jemand deinen sohn den kleinen und dessen bogen flühn? ach nein. Die pfeile gehen alzu recht die Hart-ahrt ist durch sie geschwächt.

Die Hart-ahrt böbet nun und zittert sie hält üm schönes wetter an: der kleine schütze steht und kittert weil sie ihm auch ist untertahn

weil ihre jungferschaft sich fügt und in den letzten zügen liegt. Die Jungfer wird bald schlaffen gehen nach ihrem letzten bette zu

auf daß sie Fraue mag aufstehen der Himmel gäb' ihr rast und ruh und du o Liebes-Königin beglükke sie nach ihrem sin!

Zeuch auf den fohrhang der ihr bette den tummel-platz der liebe dekt und schleus üm sie die güldne kette die hertz und hertz zusammen trekt

damit sie sich verjüngen mag wie Fönix auf den andern tag. Der Mahn mus ihr zu bette leuchten die sterne bringen sie zur ruh

die tropfen so das feld befeuchten die steigen nach den bergen zu; Es ist die allerliebste nacht drüm hertzet schertzet schlaft und wacht.

Ein armer der gedültig denket ist als ein dacht in öhl gesenket: Der aber dieses niemahls tuht ist als ein feuer ohne gluht.

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