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1619–1689

Als er seinen freund gesegnen muste.

Philipp von Zesen

Allhier in diesen Wüsteneyen da nichts als schwartze bäume stehn Muß ich vor großem wehmuth schreyen muß weinen und betrübet gehn

weil nun mein Hertz mein Ander Ich absondert sich; Nun seh ich wie dem ist umbs hertze der seinen Freund verlaßen muß

dis lehret mich mein eigner schmertze mit überfluß. Jhr tieffen Thäler und jhr Büsche Jhr die jhr in den gründen seyd

hört meinen seuftzen zu jhr fische und helfft beklagen dieses Leid. weil ich den Bruder missen muß doch mit verdruß;

Nun seh ich wie dem ist umbs hertze der seinen Freund verlaßen muß dis lehret mich mein eigner schmertze mit überfluß.

Jhr berge felsen klufft und Steine Du Lust-kind Echo spring mir bey sih wie den Abschied ich beweine stimm’ ein in meine melodey

die nichts als wind und seuftzen ist zu dieser frist nun seh ich wie dem ist ümbs hertze der seinen Freund verlaßen muß

diß lehret mich mein eigner schmertzè mit überfluß. Jhr Kräuter die jhr stets aufgehet wo Wald und feuchte Brüche seyn

das Laub das auf den Espen stehet stim̄t schon in meine senftzen ein mein Auffenthalt mein Schatz ist hin das kränckt den Sinn

nun seh ich wie dem ist ümbs hertze der seinen Freund verlaßen muß diß lehret mich mein eigner schmertze mit überfluß.

Jhr wasser brunnen quell und bäche steht still und schaut dis trübnüs an ach hört was ich in ängsten spreche in dem ich diese trauer-bahn

den weg des Abschieds zihen soll des kummers voll Nun seh ich wie dem ist ümbs hertze der seinen Freund verlaßen muß

dis lehret mich mein eigner schmertze mit überfluß. Jhr Himmels-fackeln und jhr Sterne so in den blauen wolcken stehn

schaut auf mich Armen her von ferne der ich so einsam her muß gehn und meines Liebsten Angesicht kann schauen nicht

Nun seh ich wie dem ist ümbs hertze der seinen Freund verlaßen muß dis lehret mich mein eigner schmertze mit überfluß.

Nun kom̄ du füßes spiel der winde du weisser West und nim dis wort und bring’ es eilend und geschwinde zu dem der mein gewündschter Port

und zeig’ Jhm daß ich meiner pflicht vergessen nicht sein bluth so auf papier geschrieben das soll der treüe zeige seyn

daß er mich ewiglich will lieben in noth und pein.

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