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1654

1. An den Neugebohrnen Friede-Fürsten

Philipp von Zesen

Willkommen süßes Kind Du schöne Himmels-Speise Du Brunn von Bethlehem da Nectar überquillt und unsre Seele tränckt. Vergönne daß ich preise Du Wort des Vaters Dich; Gib Gnade so du wilt

Daß ich dein Nahmens-Lob erheben mag auf Erden Wodurch ein fromm Gemüth die Seeligkeit gewinnt. Ach! möchte nun mein Hertz alßbald zur wiegen werden! So wolt ich nehmen ein dich wunder-schönes Kind

Du liegst da bloß und arm und zihst vor frost die Lippen Du Leit-stern Israels Du Väter Vater Du und auch des Vaters Sohn; Du hast in einer Krippen Du Schöpfer aller Ding' erwehlet deine Ruh:

Das soll die Wiege seyn! was hastu nun für Betten? da find' ich Stroh und Heu das Ochs' und Esel frist: Ach wolte wolte Gott! daß wir gelebet hetten Da Joseph dich ô Kind zum erstenmahl geküst

und fleischlich angeschaut! wie wolt ich dich empfangen! Die Wiege solte seyn besteckt mit Roßmarien und was bey diesem frost und kälte nicht vergangen: Ich wolte küssen dich Du Himmlischer Rubien!

Du edles Kleinod Du Du Trost der armen Schwachen Du soltest meine Lust und beste Freude seyn: Nun kann ich nicht allhier Dich leiblich sehen lachen So wird es geistlich dort geschehn mein Jesulein!

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