Erhebe dich Schöne mein bestes verlangen
Auf! Liebeste Schwester und eyle zu mier
Der Regen ist ferne der Winter vergangen
Der Frühling ist nahe bricht frölich herfür.
Die Blumen uns zieren
Die freude dupiteren
Die Wiese wird grün
Es lachen die Wälder
Es blühen die Felder
Die kälte muß weichen der Winter wegzihn.
Die Vogel seyn lustig und laßen sich hören
Es girret die Taube läßt schallen jhr Lied
Der Weinstock muß unsere Fröligkeit mehren
Die Wiese geht trächtig der Feigenbaum blüht.
Erhebe doch Schöne
Dein freuden-gethöne
Komm eyle mein Licht
Komm der ich mein Leben
Zu eigen gegeben
Komm meine Geliebte verzihe doch nicht.
Komm zeige mier deine verliebete blücke
Komm zeige mier deine geehrte gestalt
Komm schöneste Taube mich wider erquicke
Komm küsse mich halse mich hertze mich bald.
Laß fahren die Klippen
Laß schauen die Lippen
Laß hören den toon
Erfrische mich wieder
Durch liebliche Lieder
Denn deine Gesänge seyn süßer als Moon.
Laßt fahen die Füchse sie müssen nun sterben
Laßt fahen die jungen und alten zugleich
Daß unsere Reben nicht ferner verderben
Denn unsere Berge die machen uns reich;
Sie haben gewonnen
Vom hitzen der Sonnen
Viel augen anjetzt
Drümb laßet uns bleiben
und alles vertreiben
Was unseren Bergen nicht dienet noch nützt.