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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Erhebe dich Schöne mein bestes verlangen Auf! Liebeste Schwester und eyle zu mier Der Regen ist ferne der Winter vergangen Der Frühling ist nahe bricht frölich herfür.

Die Blumen uns zieren Die freude dupiteren Die Wiese wird grün Es lachen die Wälder

Es blühen die Felder Die kälte muß weichen der Winter wegzihn. Die Vogel seyn lustig und laßen sich hören Es girret die Taube läßt schallen jhr Lied

Der Weinstock muß unsere Fröligkeit mehren Die Wiese geht trächtig der Feigenbaum blüht. Erhebe doch Schöne Dein freuden-gethöne

Komm eyle mein Licht Komm der ich mein Leben Zu eigen gegeben Komm meine Geliebte verzihe doch nicht.

Komm zeige mier deine verliebete blücke Komm zeige mier deine geehrte gestalt Komm schöneste Taube mich wider erquicke Komm küsse mich halse mich hertze mich bald.

Laß fahren die Klippen Laß schauen die Lippen Laß hören den toon Erfrische mich wieder

Durch liebliche Lieder Denn deine Gesänge seyn süßer als Moon. Laßt fahen die Füchse sie müssen nun sterben Laßt fahen die jungen und alten zugleich

Daß unsere Reben nicht ferner verderben Denn unsere Berge die machen uns reich; Sie haben gewonnen Vom hitzen der Sonnen

Viel augen anjetzt Drümb laßet uns bleiben und alles vertreiben Was unseren Bergen nicht dienet noch nützt.

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