Es hatt nun mehr das güldne Licht
des Himmels seinen Lauff verricht
der tag hatt sich geneiget:
Der blasse Mond steht auf der wacht
die Sternen lenchten durch die nacht
der süße schlaff sich zeiget.
Ey nun will ich in stoltzer ruh
die Nacht mit schlaffen bringen zu
ermüdet von studieren
das durch den langen tag ich trieb
biß mier die nacht den paß verhieb
die feder fort zuführen.
Indessen sey mein glantz und Licht
dein freudenreiches Angesicht
du Sonne meiner Seelen
daß nicht der Nächte schatten mich
mit furcht und schrecken inniglich
im hertzen möge quelen.
Nim weg den schweren sünden-schwall
so sich ereiget überall
aus meines Hertzens-schrancken
daß ich fein sanfte ruhen mag
und wann nun kömpt der frühe-tag
dier Höchster freudig dancken.
Hiermit will ich nun schlaffen ein
und Dier
du wirst mich wohl erretten;
Behüte mich für schnellen todt
für aller angst und krieges-noth
und für des Teufels ketten.