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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Es hatt nun mehr das güldne Licht des Himmels seinen Lauff verricht der tag hatt sich geneiget: Der blasse Mond steht auf der wacht

die Sternen lenchten durch die nacht der süße schlaff sich zeiget. Ey nun will ich in stoltzer ruh die Nacht mit schlaffen bringen zu

ermüdet von studieren das durch den langen tag ich trieb biß mier die nacht den paß verhieb die feder fort zuführen.

Indessen sey mein glantz und Licht dein freudenreiches Angesicht du Sonne meiner Seelen daß nicht der Nächte schatten mich

mit furcht und schrecken inniglich im hertzen möge quelen. Nim weg den schweren sünden-schwall so sich ereiget überall

aus meines Hertzens-schrancken daß ich fein sanfte ruhen mag und wann nun kömpt der frühe-tag dier Höchster freudig dancken.

Hiermit will ich nun schlaffen ein und Dier du wirst mich wohl erretten; Behüte mich für schnellen todt

für aller angst und krieges-noth und für des Teufels ketten.

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