Halt du schöner Morgenstern
bleibe fern
und du güldne Nacht-Laterne
halt der weissen Pferde Lauff
jtzund auff
steht ein wenig still jhr Sterne.
Gönne mier die süße ruh
Sonne Dü
Laß uns doch der Liebe pflegen
laß den kühlen reiff und tau
auf der Au
noch ein wenig meinet wegen.
Ist doch meine Liebste mier
Sonn und zier
die mich jtzund in den armen
in den zahrten armen weiß
Die mein preiß
und mich also lesst erwarmen.
und du wunder-schönes Licht
Die ich nicht
nach der gnüge kann beschreiben
laß der hellen augen schein
bey mier seyn
biß der tag die nacht wird treiben.
Wie hatt mich dein rother Mund
doch verwundt?
Das zweyfache schild mich zwinget
das vor deinem hertzen steht
wie ein beet
da der Liljen pracht aufspringet.
Ach entschlage dich ja nicht
schönes Licht
dieser Lust in deiner Jugend
brauche deiner liebligkeit
und der zeit
schadt es doch nicht deiner Tugend.
Laß uns immer freudig seyn
Nacht und Wein
reitzen uns jtzund zum lieben
dann wenn Liebe Nacht und Wein
bey uns sehn
kann uns Langmuth nicht betrüben.