Ach Liebster Ich liege schon nackend darnieder
Wie soll ich die Kleider anzihn
Wie soll ich mir wider
Die Füße besudeln mein schönster Rubien.
Doch stecket durchs fenster mein Liebster die hände
Mein Leben im hertzen erzittert dafür.
Ich machte mich eylend zum selbigen Ende
und wolte dem Liebsten eröfnen die Thür.
Es troffen die Hände
Mit Myrrhen ohn ende
und waren benetzt.
Ich hatte dem Liebsten eröfnet die Thüre
Ach! aber wo war er doch hin?
Weil keinen ich spüre.
Ich suchte den Schönen mit traurigem Sinn;
Ich ruffte doch kont’ ich den Liebsten nicht hören
Die Wächter beraubten und schlugen mich wund.
Euch Töchter Jerusalem will ich beschwören
Findt jemand Mein Hertze so macht es Jhm kunt
Wie daß ich vor Liebe
Mich hefftig betrübe
und lagerhafft sey.