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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Odaß ich dich Bruder solt küssen alleine Daß keiner mich höhnte noch schaute mir zu Ich wolte dich führen aus dieser gemeine Nach hause zur Mutter

Da wolt’ ich dich hören Du soltest mich lehren Dein heiliges Wort; Ich wolte dich träncken

und Kreuter-Wein schencken Ich wolte Dir äpfelmust geben mein Port. Es liebet mich hertzlich und treulich mein Leben Mein Liebster mich liebet das weiß ich gewiß

Die Lincke so unter dem Heupte ligt eben Zeiget die Liebe der Falschheit gebiß Befestigt die Treue Nun wider aufs neue

Das herrliche pfand: Die Rechte mich hertzet Die Lincke die schertzet Nun hab’ ich das hertze des Freundes erkant.

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