Du gleichest Jerusalems Thürnen und Auen
Du liebliches Thirza du herrliches Schloß
Dein blicken ist schrecklich wie spitzen zu schauen
Wie spitzen des Heeres wie feindes-geschoß.
Ach wende die pfeile
Der Augen ach! eyle
Sie tödten mich schier;
Sie regen im Hertzen
Mehr marter und schmertzen
So lange dein Auge wirst strahlen nach mir.
Wie jenseit dem Eufrat die lustigen Ziegen
Auf Galaad hüpfen und gleichen dem klee
So müssen die Haare sich schwingen und flügen
umb deine verliebete stirne wie schnee.
Den Zähnen ingleichen
Die Herde muß weichen
im wasser geschwem̃t
Die allzumahl träget
Viel wollust erreget
Die jmmer mit doppelten früchten anköm̃t.
Der Granat an farbe den Wangen muß weichen
Die zwischen den zöpfen volfüren den schein.
Zwar sechzig der Königin Achzig ingleichen
Der Frauen die Zooffen unzählich auch seyn.
Doch bleibestu Meine
O Freundin alleine
Mein trautes Gemahl;
Die Mutter dich liebet
Dier alles ergiebet
Dich loben die Töchter mit großer anzahl.