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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Du gleichest Jerusalems Thürnen und Auen Du liebliches Thirza du herrliches Schloß Dein blicken ist schrecklich wie spitzen zu schauen Wie spitzen des Heeres wie feindes-geschoß.

Ach wende die pfeile Der Augen ach! eyle Sie tödten mich schier; Sie regen im Hertzen

Mehr marter und schmertzen So lange dein Auge wirst strahlen nach mir. Wie jenseit dem Eufrat die lustigen Ziegen Auf Galaad hüpfen und gleichen dem klee

So müssen die Haare sich schwingen und flügen umb deine verliebete stirne wie schnee. Den Zähnen ingleichen Die Herde muß weichen

im wasser geschwem̃t Die allzumahl träget Viel wollust erreget Die jmmer mit doppelten früchten anköm̃t.

Der Granat an farbe den Wangen muß weichen Die zwischen den zöpfen volfüren den schein. Zwar sechzig der Königin Achzig ingleichen Der Frauen die Zooffen unzählich auch seyn.

Doch bleibestu Meine O Freundin alleine Mein trautes Gemahl; Die Mutter dich liebet

Dier alles ergiebet Dich loben die Töchter mit großer anzahl.

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