Wje kanstu so zierlich o Fürsten-kind gehen? Die Schuhe seyn Sammet mit golde gestickt Es pflegen die Lenden beysammen zu stehen Wie Spangen vom Meister aufs schönste ge-
Dein Nabel mein Leben (schmückt. Nach Bechers-art eben Ist sauber und rund; Da süßer Wein fließet
Sich reichlich ergießet und füllet jhn wieder und feuchtet den grund. Dein runter Leib gleichet dem hauffen von Weitzen Der Lieblich mit Rosen-gebüsche verwahrt
Die Brüste die manchen zur freudigkeit reitzen Wie junge Reh-zwillinge ligen gepaart. Dein weisser Halß stehet Wie Spitzen erhöhet:
Wie Helffenbein gläntzt; Die Augen ich gleiche Dem lieblichen Teiche Zu Heßbon am Thore Bathrabbim ergäntzt.
Die Nase dem Thurne von Libanon gleichet Der gegen Damascon so herrlich erbaut: Dem Lieblichen Heupte der Karmel auch weichet Das gläntzen der Haare wird eben geschaut
Wie Purpur in falten Der König lest halten Nach Fürstlicher zier; Sie zieren den Rücken
Sie schießen und blicken Wie flammen der Sonnen wie strahlen erfür. O Leben! Den Palmen wie lieblich wie schöne bistu?
Den Trauben ist ähnlich der Brüste gepränge; Was geb ich dem Seumen noch längere Ruh? Nun halt ich die zweige Weil frölich ich steige
Die Palmen hinan; Die lieblichen Brüste Des Liebsten Wohllüste Laß gleichen den Trauben an farben dem Schwan.
Laß gleichen den äpfeln das riechen der Nase Laß geben die Kehle den süßesten Wein Der freudig uns machet und gläntzet im Glase Geht lieblich zum Munde zur Kehlen hinnein
Macht schlaaffend die Sinnen Erreget sich drinnen; Es redet dein Freund Von künfftigen dingen
Von Lieben und Springen und saget wie ernstlich sein Hertze dich meint.
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