Weß ist der rothe Mund das güldne Licht
das durch die späten nächte bricht?
Weß seyn die rosen-wangen?
Weß ist das lachen doch
das mich nun führt gefangen
aus süße Liebes-joch?
Hastu gezeiget dann du schöner berg
ein solches Licht und sußes Werck’
So kann ich warlich sprechen
die freundligkeit wohnt hier
den spiegel mustu brechen
o Venus selbsten dier.
Hier hatt sich Tugend selbst gepflantzet ein
hier ist das milde freundlich-seyn
was sol ich danu nun schließen
aus jhrer Liebligkeit
die Gratien selbst fließen
und brechen durch den neid.
Das urtheil sprech’ ich nun
den güldnen Apfel geb ich dier
die Tugend die ich kaum gesehen
hatt mich schon so entzückt
was wird dann wohl geschehen
wenn ich dich recht erblickt.