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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Weß ist der rothe Mund das güldne Licht das durch die späten nächte bricht? Weß seyn die rosen-wangen? Weß ist das lachen doch

das mich nun führt gefangen aus süße Liebes-joch? Hastu gezeiget dann du schöner berg ein solches Licht und sußes Werck’

So kann ich warlich sprechen die freundligkeit wohnt hier den spiegel mustu brechen o Venus selbsten dier.

Hier hatt sich Tugend selbst gepflantzet ein hier ist das milde freundlich-seyn was sol ich danu nun schließen aus jhrer Liebligkeit

die Gratien selbst fließen und brechen durch den neid. Das urtheil sprech’ ich nun den güldnen Apfel geb ich dier

die Tugend die ich kaum gesehen hatt mich schon so entzückt was wird dann wohl geschehen wenn ich dich recht erblickt.

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