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1619–1689

1.

Philipp von Zesen

Mein Liebster ist weißlecht mit Rosen besprenget Der unter viel tausenden leuchtet erfür Am güldenen henpte stolzieret und hänget Der schwärtzlichten Haare gestam̃ete zier

Die artlich erhaben und gehen den Raben An farbe noch für: Die augen im dunckeln

Nach Tauben-art funckeln Mit Milche gewaschen in völliger zier. Den Beeten da allerley Blumen auf schießen Seyn ähnlich die Wangen und gehen noch für

Die Lippen wie Rosen da Myrrhen auffließen Seyn jmmer erfüllet mit freundlicher zier. Die Finger ingleichen Den Ringen nicht weichen

Mit Steinen geziert; Wie schöne Saffieren Das Helffenbein zieren Solch Gläntzen am Leibe mein Leben auch führe.

Die Beine wie Marmor mit Golde geschmücket Seyn hurtig zum tantzen und sauber wie schnée Sein lieblich Anschauen mich eben anblicket Wie Libanons Cedern und herrliche Höh.

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