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1726–1777

Zweyte Ode .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Warum dringt durch die lange Nacht Ein zweifelhafter Stral? O Hofnung, Hofnung! täusche nicht Ein unglückseligs Herz!

Laß mich in tiefer Traurigkeit, In der die Seele stirbt! Verzweiflung selbst ist Trost für mich, Wofern du mich betrügst.

Zu grausam! — dennoch lispelst du Dem bangen Herzen ein: Ich sey vielleicht — vielleicht geliebt; O niedriger Verrath!

Meynst du, der schimmernde Betrug Soll Kraft dem Herzen leihn? Mehr glücklich war es, ganz durchbohrt, Ganz, o Verzweiflung, dein.

Umsonst, umsonst! — Voll Grausamkeit Betäubest du den Schmerz. Verbinde meine Wunden dann, Und reiß sie blutger auf!

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Zweyte Ode . · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove